Donnerstag, 9. Februar 2012, 19:52 Uhr

manager magazin



27.08.2010
 

Kapitalerhöhung

Commerzbank will den Staat bald loswerden

Commerzbank-Chef Martin Blessing (l.), Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller:   Wunschtermin im Herbst
AP

Commerzbank-Chef Martin Blessing (l.), Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller:
Wunschtermin im Herbst

Die Commerzbank plant laut einem Medienbericht eine baldige Kapitalerhöhung. Mit dem Erlös soll ein Teil der Staatshilfen zurückgezahlt werden. Allerdings bestehen Zweifel, ob der Plan gelingt.

Frankfurt - Die Commerzbank Chart zeigen will noch im Herbst mindestens fünf Milliarden Euro mit einer Kapitalerhöhung einnehmen, um den Staat damit zum Teil auszuzahlen. Außer dem "Wunschtermin" Herbst seien jedoch noch keine weiteren Details festgelegt, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkreise.

Voraussetzung für die Kapitalerhöhung sei, dass die Stimmung an der Börse gut und der Aktienmarkt stabil sei. Ein Sprecher der Commerzbank sagte: "Es gibt noch keine konkreten Pläne." Die Commerzbank hatte sich von ihren Aktionären im Mai die Genehmigung geholt, das Grundkapital um bis zu 50 Prozent zu erhöhen, um dem Staat die Möglichkeit zu einem Teilausstieg zu geben. Dazu kann der Bankenrettungsfonds SoFFin Stille Einlagen in Aktien umwandeln, die dann sofort am Markt platziert werden.

Die Commerzbank hat in der Finanzkrise 18,2 Milliarden Euro vom Staat bekommen, davon 16,4 Milliarden als Stille Einlage. Der Bund ist mit 25 Prozent an der Bank beteiligt. Der Kurs der Commerzbank-Aktie - am Donnerstag 6,40 Euro - beschränkt allerdings das Volumen einer Kapitalerhöhung.

Die Bank ist nur 7,55 Milliarden Euro an der Börse wert, könnte also selbst bei einem minimalen Preisabschlag höchstens 3,5 Milliarden Euro erwarten. Um fünf Milliarden zu erlösen, müsste der Kurs auf rund neun Euro steigen. Investmentbanker versuchen der Commerzbank seit Monaten eine Kapitalerhöhung schmackhaft zu machen, und arbeiten an Modellen dazu. Der Auftrag, die Maßnahme zu begleiten, wäre einer der lukrativsten der vergangenen Jahre.

In der Politik war zuletzt Streit ausgebrochen, wie schnell sich der Staat wieder aus der Bank zurückziehen soll. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bevorzugt einen möglichst schnellen Ausstieg, wenn die Bank sich wieder stabilisiert hat. Vorstandschef Martin Blessing hat versprochen, mit der Rückzahlung der Staatshilfen spätestens 2012 zu beginnen.

böl/mak/reuters

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