Von Maja Roedenbeck
Solche Art Führungsteams finden sich in Deutschland dann auch bisher nur selten zu finden. Das partnerschaftliche Führungsmodell wird beispielsweise von mehreren Teamleitertandems bei der Daimler
erprobt; das Autounternehmen will das Projekt zwar auch bis in die oberen Führungsetagen ausweiten - allerdings nur im Rahmen der Frauenförderung. Selbst der deutsche Topsharing-Vorreiter Unilever
beschäftigt bisher gerade einmal zwei Tandems, und auch die IBB leistet sich insgesamt nur drei Teams, Susanne Broel und ihrer Partnerin eingeschlossen, die bereits seit November 2004 dabei sind.
Topsharing ist aber ein Führungsmodell mit vielen Gesichtern - ob als sanfter Ausstieg aus dem Arbeitsleben, Präventionsmaßnahme gegen einen Manager-Burn-out oder verlängerte Einarbeitungszeit zwischen Positionsinhaber und Nachfolger. Ob als Frau-Frau, Mann-Mann oder Mann-Frau-Duo. "Die Integration von Frauen in Führungspositionen und Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind nur zwei von vielen Aspekten", betont Unternehmensberaterin Kuark. "Es geht auch um die Vorteile für die Unternehmen. Darum, dass Topsharing die Sozialkompetenz der Beteiligten fördert, dass die Produktivität am Arbeitsplatz gesteigert wird und dass im Topsharing erwiesenermaßen qualitativ bessere Entscheidungen gefällt werden."
Bei Dataport in Hamburg ist es noch zu früh für ein Fazit. Immerhin haben die Mitarbeiter der Gruppe Fachschulungen bereits festgestellt, dass es hilfreich ist, im Krankheitsfall des einen Co-Leiters den anderen als Ansprechpartner zur Verfügung zu haben. Allerdings, die Einarbeitungsphase zieht sich länger hin als erwartet. "Dass mein Kollege viel Know-how im Kopf hat, es aber als Einzelkämpfer bisher nirgendwo schriftlich festhalten musste, erschwert den Informationsaustausch", resümiert Christa Nicolai nach drei Monaten.
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