Frankfurt am Main - Die Volkswagen Reinsurance AG will mit Garantieversicherungen selbst ins Erstversicherungsgeschäft einsteigen und dafür eine Lizenz bei der Aufsichtsbehörde Bafin beantragen, wie Volkswagen Financial Services am Dienstag mitteilte. Die Garantie solle "näher an den Hersteller herangeholt werden, wo sie hingehört", begründete ein Sprecher den Strategiewechsel.
Rund 900.000 VW-Kunden nutzen nach Unternehmensangaben schon die Möglichkeit, sich gegen ein zusätzliches Entgelt nach Ablauf der gesetzlichen Garantie von zwei Jahren gegen Reparaturkosten zu versichern. Der Sprecher bezifferte das Prämienvolumen auf 90 Millionen Euro. Bisher hatte VW Financial Services die meist im Autohaus abgeschlossenen Verträge über den eigenen Volkswagen Versicherungsdienst (VVD) an die Allianz vermittelt. Im Haftpflicht- und der Kasko-Versicherungsgeschäft soll es auch dabei bleiben. Ein Rahmenabkommen mit dem Münchener Versicherer war kürzlich verlängert worden. 42 Prozent der VW-Kunden, die ihr neues Auto über den VVD versicherten, schlössen auch die Anschlussgarantie ab, sagte der Sprecher.
Volkswagen stemmt sich mit der eigenen Garantieversicherung gegen Versicherer wie HUK-Coburg. Diese bieten Rabatte, wenn die Kunden ihre Autos in Werkstätten reparieren lassen, mit denen der Versicherer kooperiert. Das lukrative Geschäft entgeht damit den Vertragswerkstätten der Hersteller.
rei/reuters
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