Zürich - Die Konjunkturerholung versüßt auch dem Schweizer Edelschokoladenhersteller Lindt & Sprüngli die Geschäfte. Im ersten Halbjahr verneunfachte sich der Reingewinn auf 24,8 Millionen Franken (18,8 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Lindt verdiente damit mehr als am Markt erwartet worden war.
Höhere Rohstoffpreise vor allem für Kakao fing das Züricher Traditionsunternehmen durch Einsparungen auf, Preisanhebungen waren angesichts der nach wie vor unsicheren Wirtschaftslage nur in wenigen Fällen möglich. Der Umsatz wuchs um 7,9 Prozent auf 1,06 Milliarden Franken. Das organische Wachstum unter Ausschluss von Währungseffekten betrug 9,2 Prozent.
Der Hersteller der Lindor-Pralinen und der berühmten Goldhasen konnte damit nach eigenen Angaben in allen Regionen Marktanteile gewinnen. Das Geschäft zog überall an, wobei die Zuwachsraten in dem für Lindt noch kleinen Markt Nordamerika zweistellig waren.
Das Unternehmen bestätigte seine Jahresprognose und stellt für 2010 weiterhin ein organisches Wachstum von 5 bis 7 Prozent und einen Anstieg des operativen Gewinns auf 300 bis 340 Millionen Franken in Aussicht. Bei Lindt fallen vor allem wegen des Weihnachtsgeschäfts rund 60 Prozent des Umsatzes in der zweiten Jahreshälfte an.
An der Börse fand der Zwischenbericht Anklang. Die Lindt-Partizipationsscheine zogen in einem schwachen Markt 2,1 Prozent auf 2426 Franken an und die wenig liquiden Namensaktien stiegen um 2,4 Prozent auf 27.340 Franken. Der Gewinnanstieg sei vor dem Hintergrund von Kakaopreisen in Rekordhöhe sehr erfreulich, sagte Kepler-Analyst Jon Cox.
Halloren liegt auf Kurs
Gut lief es zuletzt auch für die börsennotierte Halloren Schokoladenfabrik AG aus Halle an der Saale. Die Firma hat im ersten Halbjahr ein zweistelliges Umsatzwachstum erreicht. Der Konzernumsatz betrug 23,5 Millionen Euro. Das sind 17 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2009 mit 20,1 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.
Die Produktion von Halloren Kugeln und das Sortiment am Standort Delitzsch hätten auf der Ertragsseite maßgeblich zum Wachstum beigetragen. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag im ersten Halbjahr 2010 bei minus 870.000 Euro und war somit gegenüber dem Vorjahr um 290.000 Euro gesunken.
Trotz der nach wie vor angespannten Rohstoffsituation bleibt die Halloren Schokoladenfabrik mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr unverändert zuversichtlich. "Für das Gesamtjahr gehen wir davon aus, den Wachstumstrend der vergangenen Jahre fortzusetzen und unsere Planzahlen zu erfüllen", sagte Vorstandschef Klaus Lellé. Demnach sollen die Umsätze um acht Prozent auf 57 Millionen Euro steigen. "Wir bestätigen das voraussichtliche Erreichen des soliden Vorjahresergebnisses vor Steuern", fügte Lellé hinzu.
Halloren ist nach eigenen Angaben mit mehr als 200 Jahren Firmengeschichte Deutschlands älteste Schokoladenfabrik. Die Firmengruppe beschäftigt in ihren Geschäftsbereichen "Halloren Marke", "Chocolaterie", "Confiserie" und "Industrieproduktion" derzeit rund 497 Mitarbeiter. Zum Sortiment zählen über 180 Schokoladenprodukte.
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