24.08.2010
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Edel-Fastfood

Hamburger mit Kobe-Rind und Trüffeln

Von Matthias Kaufmann

"Better Burger": Buletten für Gourmets
Fotos

2. Teil: "Bio lässt sich nicht umsetzen"

In Frankfurt hat "Die Kuh, die lacht" kürzlich eine zweite Niederlassung eröffnet. Das Rezept ist ähnlich wie bei Block, bereichert um den Bioaspekt und eine aufreizende Werbekampagne. Das Fleisch ist zertifiziert, Angus Rind vom Vogelsberg. Der Andrang ist groß.

Peu à peu, ein bisschen Edelgewürz hier, ein wenig Bio da. Die Branche wandelt sich nur allmählich. Entwicklungen beim Fast Food laufen hier ohnehin langsamer ab als anderswo. "Viele Snack-Bedürfnisse werden in Deutschland schon von den Bäckereien abgedeckt", erklärt Gretel Weiss. "Das gibt es so nicht im angelsächsischen Raum."

Der Markt sei aber auf jeden Fall da. Bewusste Ernährung ist ein Dauerthema, das immer wieder von Neuem angeheizt wird, sei es durch Lebensmittelskandale oder einen Buchbestseller wie derzeit "Tiere essen" von Jonathan Safran Foer. "Qualität, Transparenz bei der Herstellung und Nachhaltigkeit werden von den Restaurantkunden immer stärker eingefordert. Der Trend lässt uns nicht mehr los", ist sich Dirk Block sicher.

Auch wenn es nicht so schnell geht wie in den USA: Es tut sich etwas in der Burger-Branche. Das lässt sich am besten daran ablesen, dass auch die etablierten Anbieter auf der Premiumwelle reiten. McDonald's hat Mitte Februar einen Veggie-Burger eingeführt und ist vom Erfolg selbst ganz perplex. " Monatlich verkaufen wir mehr als zwei Millionen Stück" sagt der deutsche Unternehmenssprecher Matthias Mehlen. Folge: "In Zukunft sind weitere vegetarische Produkte geplant."

Premiumburger aus Wagyu Beef

Für Fleischesser kommen außerdem immer wieder besondere Burger für kurze Zeit ins Programm. Der "M" mit seiner reduzierten Zahl an Zutaten, die aber qualitativ herausgehoben sein sollen, entspricht am ehesten dem, was die kleine Konkurrenz als Premiumburger anbietet. Etwas Wesentliches ändert McDonald's aber nicht an seinen bewährten Buletten. Produkte wie der "Shrimp Lemon", der als Premiumburger verkauft wird, setzen auf untypische Geschmacksvarianten und nicht auf Fleisch mit zertifizierter Herkunft. Premium heißt bei den Großkonzernen einfach etwas anderes als bei den kleinen Angreifern.

"Unsere Premiumprodukte müssen natürlich ins Preisgefüge des McDonald's-Sortiments passen", erläutert Mehlen. Nischenanbieter seien da flexibler. Auch ein Bioprädikat wird man bis auf Weiteres bei McDonald's nicht sehen: "Da die Burger ja in unseren Restaurants zubereitet werden, müsste jedes einzelne Restaurant als Biobetrieb zertifiziert werden. Dies lässt sich unter vernünftigen Bedingungen nicht umsetzen." Man darf vermuten, dass das nicht zuletzt ein Kostenargument ist.

Bei Burger King sieht man die Lage ähnlich und verweist darauf, dass das Flammgrillen, mit dem die Marke seit Jahren als Unterscheidungsmerkmal wirbt, ja schon einen Qualitätsvorsprung sichere. In Großbritannien diente ein Premiumburger vor zwei Jahren als aufsehenerregende Reklamemaßnahme für Burger King. Nur für kurze Zeit und in handverlesenen Restaurants gab es "The Burger", zubereitet aus Wagyu Beef und mit Trüffeln abgeschmeckt. Hier spielten die Kosten keine Rolle. Der Verkaufspreis lautete 95 Pfund pro Stück.

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