München - Der Münchener Automobilkonzern BMW hat ein starkes zweites Quartal eingefahren. Absatz, Umsatz und Ergebnis stiegen, wie aus der Mitteilung des Unternehmens vom Dienstag hervorgeht, und übertrafen die Erwartungen der Analysten.
Dabei kam den Münchenern vor allem die starke Nachfrage in China unter anderem nach der Oberklassebaureihe 7er entgegen. An der Börse kamen die Zahlen gut an: Die Aktie legte zeitweise um knapp 5 Prozent zu.
"Deutliche Absatzzuwächse in wichtigen Märkten sowie ein hochwertiger Modell-Mix sind wesentliche Gründe für das starke zweite Quartal", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer. Der Umsatz stieg im Zeitraum von April bis Juni um gut 18 Prozent auf 15,35 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs von 169 Millionen Euro im von der Krise geprägten Vorjahr auf 1,72 Milliarden Euro. Vor Steuern stand ein Gewinn von knapp 1,3 Milliarden Euro.
Unterm Strich erwirtschaftete der Konzern einen Gewinn von 834 Millionen Euro, nach 121 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Wende auf dem Automobilmarkt
Zum guten Ergebnis trug maßgeblich die Wende im Autogeschäft bei. Mit den Marken BMW, Mini und Rolls-Royce wurde im zweiten Quartal 2010 ein EBIT von 1,32 Milliarden Euro erzielt. Damit hat die positive Entwicklung auch im Vergleich zum Auftaktquartal noch einmal deutlich Fahrt aufgenommen. Im Vorjahr standen bei den Autos noch rote Zahlen in der Bilanz.
BMW hat sich vorgenommen, im Gesamtjahr im Automobilsegment eine EBIT-Marge von mehr als fünf Prozent zu erzielen. Im zweiten Quartal wurden den Angaben zufolge 9,6 Prozent erreicht. Für das erste Halbjahr wird die Marge bei den Autos mit 6,6 Prozent angegeben.
Besonders gut entwickelte sich die Nachfrage nach dem neuen 5er sowie der Absatz der Oberklasse-Baureihe 7er. Die britische Tochter Mini erzielte ein leichtes Plus. Auch für die britische Luxuswagenmarke Rolls-Royce scheint BMW eine Lösung gefunden zu haben. Dank der neuen Baureihe Ghost wurde das beste erste Halbjahr seit der Übernahme 2003 erreicht. Der mit rund 250.000 Euro vergleichsweise günstige "Baby-Royce" wurde im zweiten Quartal 559 Mal verkauft.
Finanzdienstleistungen steigern Profitabilität
Bei den Finanzdienstleistungen zeichnete sich ebenfalls eine weitere Erholung ab. Bei weitgehend stabilen Erlösen legte das Ergebnis aufgrund niedriger Refinanzierungskosten deutlich zu. Der Geschäftsbereich finanziert knapp 47 Prozent der verkauften Neufahrzeuge des Konzerns. BMW verfolgt weiter die Strategie, Fahrzeuge stärker per Kredit statt mit Leasingverträgen anzubieten.
Dadurch sollen die Risiken bei fallenden Gebrauchtwagenpreisen gemindert werden. Die Motorradsparte im Konzern entwickelte sich im zweiten Quartal noch profitabler als die Autosparte.
Reithofer bestätigt Ziel von 1,4 Millionen Fahrzeugen
Für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern seine erst jüngst angehobene Prognose. Demnach sollen die Verkäufe zum Vorjahr um zehn Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge steigen. Das Ergebnis vor Steuern soll im Vergleich zum Vorjahr, als 413 Millionen Euro in der Bilanz standen, signifikant zulegen. Allerdings blieb BMW-Chef Reithofer mit Blick auf die zweite Jahreshälfte weiter vorsichtig: "Wir müssen jedoch im Auge behalten, dass auch im zweiten Halbjahr eine Reihe von konjunkturellen Risiken besteht", sagte der Konzernchef. Die Prognose gelte nur unter dem Vorbehalt, dass die allgemeine wirtschaftliche Lage stabil bleibe.
Der Konzern hat für das zweite Halbjahr eine ganze Reihe neuer, vielversprechende Modelle in der Pipeline, wie die Kombi-Version des 5ers Touring, die neue Generation des Geländewagens X3 oder den kleinen Geländewagen Mini Countryman. Zudem wird es speziell für den chinesischen Markt eine Langversion des 5ers geben.
Händler nannten die Daten zum zweiten Quartal "stark". Sowohl beim Umsatz als auch Gewinn habe der Autobauer die Markterwartungen übertroffen, lobten sie.
BMW gegen Daimler: Das Duell der Giganten
nis/dpa-afx/rtr
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