London - Auf dem Weg in die Fusion mit Iberia
lässt sich British Airways
die Hoffnung auf schwarze Zahlen nicht nehmen. Wegen der Aschewolke über Europa und Streiks beim Kabinenpersonal flog der Konzern unter Willie Walsh im Frühjahr zwar noch tiefer in die roten Zahlen: Vor Steuern vergrößerte sich das Minus des Lufthansa-Rivalen im ersten Quartal 2010/11 um fast elf Prozent auf 164 Millionen Pfund (rund 196 Millionen Euro). Dank der anhaltenden Wirtschaftserholung bleibe BA aber bei dem Ziel, im Gesamtjahr vor Steuern wieder Gewinn zu machen, sagte Walsh am Freitag.
Auch Analysten sehen immer mehr Anzeichen dafür, dass British Airways die Kurve genommen hat. Umsatztrend, Kostenkontrolle und gute Nachrichten zu strategischen Allianzen mit Iberia und American Airlines sprächen dafür, sagte Jonathan Wober von Societe Generale. Die Aktie legte in London in einem schwachen Umfeld 1,3 Prozent zu. Die EU-Kommission hatte BA unlängst grünes Licht für die Fusion mit Iberia gegeben, mit der die beiden Konzerne zur weltweit drittgrößten Fluglinie nach Umsatz avancieren wollen. Der neue Luftfahrtriese soll Ende des Jahres an den Start gehen.
Die europäischen Wettbewerbshüter sind auch einverstanden, dass BA seine Zusammenarbeit mit American Airlines vertieft. Die guten Nachrichten aus Brüssel konnte BA gut gebrauchen, kamen dem Konzern in seinem Auftaktquartal doch einiges in die Quere: Die Asche aus einem isländischen Vulkan lähmte im April den europäischen Flugverkehr und kostete BA 100 Millionen Pfund. Ein zäher Konflikt mit der Gewerkschaft Unite führte zu einer Serie von Ausständen, die mit 150 Millionen Pfund zu Buche schlugen.
Der Umsatz fiel um 2,3 Prozent auf 1,93 Milliarden Pfund (2,3 Milliarden Euro). Im Passagiergeschäft lichtete sich aber unterdessen der Nebel: Der Umsatz je Passagier wäre dem Konzern zufolge ohne Aschewolke und Streiks um elf Prozent gestiegen, real sank er um 3,4 Prozent. Je Passagier und zurückgelegtem Kilometer setzte BA dank gesunkener Kosten tatsächlich 12,7 Prozent mehr um.
mak/reuters
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