Ludwigshafen - Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen - wie etwa Restrukturierungen - sei binnen Jahresfrist um 94 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro gestiegen, teilte BASF am Donnerstag in Ludwigshafen mit. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 2,03 Milliarden Euro gerechnet. Unter dem Strich blieb für die Monate April bis Juni ein Nettogewinn von 1,18 Milliarden Euro nach 343 Millionen vor Jahresfrist. Der Umsatz kletterte um knapp 30 Prozent auf 16,214 Milliarden Euro.
BASF bekräftigte die Geschäftsziele für das Gesamtjahr. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen solle deutlich zulegen. "Wir gehen davon aus, dass wir unseren Umsatz im Jahr 2010 kräftiger steigern werden als die weltweite Chemieproduktion", erklärte Konzernchef Jürgen Hambrecht. Das weltgrößte Chemieunternehmen will dieses Jahr zudem wieder eine Prämie auf seine Kapitalkosten verdienen. Hambrecht stellte für 2010 auch eine höhere Dividende in Aussicht.
Am Dienstag hatte bereits der US-Chemieriese DuPont mit einem Gewinnsprung im zweiten Quartal überrascht und angesichts der anhaltend starken Nachfrage seine Gewinnziele für das laufende Jahr angehoben. Hoffnungen auf ein insgesamt starkes zweites Quartal in der Chemiebranche weckte zuletzt auch der weltgrößte Farbenhersteller Akzo Nobel
aus den Niederlanden, der ebenfalls einen deutlichen Gewinnanstieg verbuchte.
Die Chemiebranche gilt als Konjunkturbarometer. Da sie sämtliche Schlüsselindustrien beliefert, spürt sie Wirtschaftseinbrüche schon sehr früh. Umgekehrt profitiert sie mit als erste von einem Aufschwung. Im vergangenen Jahr hatten die Chemieunternehmen im Zuge der Konjunkturkrise weltweit den Rotstift angesetzt, um der einbrechenden Nachfrage zu begegnen.
BASF kürzte weltweit Produktionskapazitäten, Anlagen wurden vorübergehend eingemottet, einige Produktionsstätten sogar komplett geschlossen. In den vergangenen Monaten legte BASF nun vor allem im Industriegeschäft zu. Bei den Regionen verzeichnete der Konzern die kräftigsten Umsatzzuwächse in Asien.
ak/reuters/dpa-afx
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