Von Arvid Kaiser
Auch die GfK beobachtet seit Mai wieder steigende Preise der Discounter. Abermals ging Aldi voran und verteuerte die Butter. Das zeige vielleicht ein Umdenken, vielleicht aber auch nur äußere Umstände wie teurere Rohstoffe, meint Adlwarth. Jedenfalls verliere der Marktführer weiterhin Umsatz und Marktanteile. Laut Adlwarth büßte Aldi im Juni knapp 2 Prozent Umsatz ein, während die Branche insgesamt ein fast ebenso großes Plus verbuchte.
Die Kunden wandern laut Adlwarth zum Teil von den Discountern zurück zu Vollsortiment-Supermärkten wie Edeka oder Rewe, die zuletzt sogar mit direktem Preisvergleich zu Aldi Werbung für ihre Handelsmarken machten (was sich Aldi höflich verbat). Doch auch die anderen Discounter jagten Aldi Marktanteile ab. Lidl baue weiter seine Ladenfläche aus und verkaufe auch mehr Markenprodukte, Netto sei nach der Übernahme von Plus zum dritten ernsthaften Wettbewerber um die Spitze aufgestiegen, und auch Penny greife an.
Außerdem hat Adlwarth einen Trend zu Mittemarken ausgemacht - Markenprodukten, die teurer als Handelsmarken, aber billiger als Premium sind. Aldi mit einem Handelsmarkenanteil von 95 Prozent sei davon besonders betroffen.
Die GfK-Forscher haben in ihrer Studie herausgefunden, dass die Deutschen nur bei wenigen Produkten stark auf den Preis achten. In Zukunft müssten die Händler um des eigenen Überlebens willen "ausloten, welche Preise maximal verlangt werden können, ohne Kunden zu verlieren". Nur für Aldi gelte das womöglich nicht. Immer günstiger als die Konkurrenz zu sein, sei "mehr als eine rein betriebswirtschaftliche Zielsetzung", sondern "Teil der Tradition und Kultur".
Führungskrise: Wie Aldi um seine Zukunft kämpft
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