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28.07.2010
 

Discounter

Waffenstillstand im Preiskampf

Von Arvid Kaiser

Aldi: Die Brüder, die Erben, das Imperium
Fotos
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Wachsen war gestern: Aldi ist in Deutschland an der Sättigungsgrenze, verteidigt seine Marktführerschaft mit einem ruinösen Preiskampf. Doch diese Strategie stieß schon vor Theo Albrechts Tod an ihre Grenzen.

Hamburg - Radikal einfach, so ist das Aldi-Prinzip. Qualität ganz oben, Preis ganz unten, bloß kein Schnickschnack. Ein Grundsatz, den die Manager des führenden Discounters auch ohne Theo Albrechts waches Auge auf sein Nord-Reich noch lange befolgen können sollten.

Doch schon zu seinen Lebzeiten schlich sich ein zweites Prinzip in den Handelsriesen ein, das der radikalen Sparsamkeit widerspricht. "Koste es, was es wolle" kämpfe Aldi um seine Preisführerschaft, heißt es in einer neuen Studie der Nürnberger GfK und von SAP zum deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Die Billigheimer aus dem Ruhrgebiet stünden hinter dem 2009 erstmals festgestellten Preisverfall für Lebensmittel, der sich mit der Konsumkrise nicht erklären lasse. "Aldi gibt die Preise vor, und die anderen folgen", erklärt GfK-Forscher Wolfgang Adlwarth.

Aldi könne es sich dank seiner Position und der deutlich höheren Margen auch leisten, habe "am meisten Puffer" für Preissenkungen. Das Kalkül: Aldi ist mit seinem dichten Filialnetz an der Sättigungsgrenze, kann in Deutschland nicht mehr wachsen, sehr wohl aber noch die margenschwächeren Wettbewerber mit Dumping in den Ruin treiben.

14 Preisrunden gab es im vergangenen Jahr, bis ins Frühjahr 2010 setzte sich der Kampf um die billigsten Produkte fort. Ausgezahlt hat es sich nicht, darin sind sich die Handelsexperten einig. Der als Krisenfolge erwartete Run auf die Billigläden blieb aus. "Mit dem Preiskampf haben die Discounter eine sehr unliebsame Erfahrung gemacht", sagt Susanne Eichholz von IBH Retail Experts Köln. Die Umsätze mit Molkereiprodukten beispielsweise seien zweistellig eingebrochen. Trotz der drastisch sinkenden Preise blieb der Absatz konstant.

Inzwischen ist die Talfahrt gestoppt. "Es ist ein bisschen Ruhe in die Discount-Landschaft gekommen", sagt Eichholz. Sie sieht "keine neuen Aktionsideen, keine neuen Produkte". Aufregung gebe es allenfalls noch um die Brotbackautomaten von Aldi Süd und Lidl, eine alte Idee. Die Flächenexpansion werde ins Ausland verlagert, "in Deutschland sind die Pfründe verteilt".

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