Ein Gastbeitrag von Tobias Kollmann
Hamburg - Nichts hat in den letzten zwei Jahrzehnten die Welt so sehr verändert und nachhaltig geprägt wie die Entwicklung des Internets. Bereits heute sind 1,8 Milliarden Menschen online und das Internet ist Bestandteil ihres täglichen Lebens geworden. Dabei erfolgte in der Vergangenheit der Zugriff meist über eine stationäre Internetverbindung. Durch die Verbreitung von internetfähigen Handys und dem Ausbau von mobilen Datenübertragungsnetzen hat sich jedoch zunehmend ein Trend zum mobilen Internet entwickelt. Mit weltweit 4,6 Milliarden Handybesitzern verfügt das mobile Internet und der dadurch möglich werdende Mobile Commerce (M-Commerce) über ein extrem hohes Marktpotential.
Maßgeblicher Treiber dieses Trends ist die steigende Verbreitung von Smartphones. Nicht erst seit dem erfolgreichen Verkaufsstart des neuen iPhone 4G, von dem am ersten Verkaufstag mehr als 600.000 Stück verkauft wurden, sprechen Experten von einer mobilen Revolution. Einen weiteren Trend im Bereich des mobilen Internets hat Apple
mit dem iPad gesetzt. Innerhalb der ersten drei Monate sind über 3 Millionen iPads über den Ladentisch gegangen.
Diese Entwicklung bringt für etliche Unternehmen die interessante Möglichkeit mit sich, innovative mobile Geschäftsideen umzusetzen. Zusätzlich unterstützt die Entwicklung neuer technischer mobiler Sensoren wie GPS-Ortung, 3-Achsen-Gyrosensor oder Touch Displays den Aufbau neuer Geschäftsmodelle. Zumeist werden diese neuen Ideen von Unternehmen durch mobile Applikationen, kurz Apps genannt, umgesetzt. Für das iPhone existieren bereits mehr als 225.000 solcher Apps.
Mobile Apps sind die Bestellkataloge der Zukunft
Unternehmen haben basierend auf der mobilen Revolution einerseits die Möglichkeit, Applikationen zu entwickeln, die das bestehende Unternehmenskonzept unterstützen, andererseits besteht aber auch die Option, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die auf den neuesten Möglichkeiten basieren, die der mobile Markt bereitstellt. In diesem Zusammenhang kann unterschieden werden zwischen eher innovativen Konzepten, die auf den Besonderheiten des mobilen Internets beruhen, und eher konservativen Geschäftsmodellen, die lediglich ein bestehendes Konzept auf den mobilen Markt übertragen.
Das Spiel Farmville, bei dem Spieler eine virtuelle Farm aufbauen können, kann hier als Beispiel genannt werden. Die Farmville-App verfügt über den gleichen Inhalt wie die Internetseite; der Spieler hat hier allerdings die Möglichkeit, ortsunabhängig und somit jederzeit am Spiel teilzunehmen. Mittlerweile spielen über 70 Millionen Menschen Farmville, von denen viele über eine mobile Internetverbindung am Spiel teilnehmen. Somit unterstützt die mobile App den Erfolg des Spiels und fördert damit auch den Erfolg des Geschäftsmodells von Farmville.
Genauso hat eBay eine mobile App programmiert, mit der Nutzer ortsunabhängig und in real-time Gebote abgeben bzw. Artikel zum Verkauf anbieten können. Laut eBay beläuft sich der Umsatz der mobilen Applikation bereits auf 1 Milliarde US-Dollar und unterstützt somit deutlich den Erfolg des Unternehmens.
Ein weiteres, ähnlich gelagertes Beispiel findet sich mit Otto. Das Versandhaus hat einige Tage nach dem Verkaufsstart des iPads eine App veröffentlicht, die speziell für das iPad programmiert wurde. Bereits heute resultieren knapp 43 Prozent aller Umsätze aus dem Onlinegeschäft. Laut Otto-Chef Schrader stellt das iPad den Bestellkatalog der Zukunft dar und soll den Erfolg des Online-Geschäfts weiter unterstützen.
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