Von Dirk Wohleb
Hamburg - Jetzt ist es fix: Der Fusion zwischen British Airways und Iberia steht nichts mehr im Wege. Die Europäische Kommission gab grünes Licht für den Zusammenschluss. Beide Airlines wollen auch in Zukunft unter ihren alten Namen fliegen, aber schon bald die Verlustzone verlassen.
Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichneten beide Gesellschaften Verluste von rund einer Milliarde Euro. Nach der Hochzeit wollen sie 400 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Synergien scheinen möglich: Während die Briten stark im Nordatlantik-Geschäft sind, dominieren die Spanier die Route zwischen Europa und Lateinamerika. Gleichzeitig genehmigte die Europäische Union (EU) die enge Kooperation der beiden mit American Airlines. Absprachen über Flugpläne und Preise sollen sich positiv auf die Rentabilität auswirken.
Auch Continental und United Airlines fusionieren. Der neue Gigant wird 29 Milliarden Dollar Umsatz erzielen und will 1,2 Milliarden Dollar durch Synergieeffekte einsparen. Während United bei Flügen in Richtung Asien punktet, dominiert Continental auf der Strecke zwischen den USA und Europa. Das Karussell dreht sich weiter: Als potenzielle Übernahmekandidaten gelten in Europa SAS Scandinavian Airlines oder LOT Polish Airlines. Vor allem die Auswirkungen der Finanzkrise zwingen viele Gesellschaften dazu, nach einem Partner Ausschau zu halten. "Zusammenschlüsse und Konsolidierungen sind ein Muss", sage Giovanni Bisignani, Chef des weltweiten Branchenverbands IATA.
Mittlerweile steht die Luftfahrtbranche aber nicht mehr so unter Druck wie 2009: "Die Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit der Erholung überrascht alle Experten", sagt Sebastian Hein, Analyst beim Bankhaus Lampe. Weltweit soll die Zahl der Passagiere in diesem Jahr um 7 Prozent wachsen, beim Frachtverkehr zeichnet sich sogar ein Plus von 18 Prozent ab. So meldet der Frankfurter Flughafen Fraport für den Juni Rekordzahlen. In diesem Monat nutzten knapp fünf Millionen Passagiere den größten deutschen Flughafen - so viele wie noch nie zuvor.
Mittlerweile rechnet der Verband IATA 2010 wieder mit einem Gewinn der Fluggesellschaften in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar. Noch 2009 verbuchten die Airlines weltweit einen Verlust von neun Milliarden Euro. Im Zuge der Finanzkrise brach der Umsatz der Fluglinien weltweit um 14 Prozent auf 483 Milliarden Dollar ein. Doch nach der konjunkturellen Erholung erwartet die IATA schon für 2010 wieder 545 Milliarden Dollar Umsatz.
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