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12.07.2010
 

Reisebranche

Thomas Cook übernimmt Öger Tours

Unternehmer Öger: "Sie können glauben, dass mir die Entscheidung nicht leicht gefallen ist"
DPA

Unternehmer Öger: "Sie können glauben, dass mir die Entscheidung nicht leicht gefallen ist"

Europas zweitgrößter Reiseveranstalter Thomas Cook übernimmt den Hamburger Türkei-Reisespezialisten Öger Tours. Die Einigung kommt überraschend, nachdem kurz zuvor die Verhandlungen geplatzt waren.

London/Hamburg - Thomas Cook bezifferte den Kaufpreis am Montag auf rund 30 Millionen Euro inklusive der Übernahme von Schulden. Der Tui-Konkurrent erwartet sich durch den Zukauf Einsparungen von acht Millionen Euro im Jahr. "Durch diese Akquisition werden wir unsere Position im deutschen Markt weiter verbessern", sagte der Deutschland-Chef von Thomas Cook, Peter Fankhauser.

Noch Mitte Juni hatte Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa die Gespräche mit Öger-Tours-Eigner Vural Öger für gescheitert erklärt. Öger und seine Tochter Nina treten als Geschäftsführer von Öger Tours nach der Übernahme zurück, Vural Öger zieht in den Aufsichtsrat der deutschen Thomas Cook AG ein. "Nachdem wir uns in vielen Punkten uneinig waren, haben wir die Verhandlungen abgebrochen. Kurzfristig ist Thomas Cook jedoch wieder auf uns zugekommen", berichtete Öger.

Firmengründer Vural Öger hatte seit einiger Zeit versucht, sein Unternehmen zu verkaufen, Verhandlungen mit dem russischen Milliardär Alexander Lebedew waren allerdings im Sande verlaufen. Öger Tours hatte das Geschäftsjahr 2009/10 (Ende Oktober) mit einem Umsatz von 256 Millionen Euro und einem Verlust von 7,3 Millionen Euro vor Steuern abgeschlossen.

Zu Thomas Cook Chart zeigen mit Sitz in London zählen auch Marken wie Neckermann Reisen und Bucher Last Minute sowie die 2007 übernommene britische Kette Mytravel. Das Unternehmen gehörte bis zu dessen Insolvenz 2009 mehrheitlich dem Handelskonzern Arcandor. Die Gläubigerbanken brachten die verpfändeten Anteile jedoch an die Börse und retteten so diese Sparte, während der Versandhändler Quelle liquidiert wurde und die Zukunft der Kaufhauskette Karstadt immer noch unklar ist.

ak/reuters/dpa-afx

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