Von Thomas Werres
Hamburg - Wendung in der Karstadt-Sanierung: Noch vor drei Wochen hatte die stellvertretende Verdi-Chefin Margret Mönig-Raane dem damaligen Karstadtbieter Triton in einem Brief mitgeteilt, sie sehe zwar einen Weg, "um eine nachhaltige Zukunft für Karstadt zu erreichen". Doch "der führt aber in jedem Fall auf der Basis des Fortführungstarifsvertrages zum Ziel", schrieb Handelsexpertin Mönig-Raane der Triton Beteiligungs GmbH in Köln noch am 12. Mai; der Brief liegt dem manager magazin vor.
Nun aber, nach der Entscheidung für den amerikanisch-deutschen Milliardär Berggruen als Karstadt-Sanierer, sieht die Sache anders aus.
Verdi will den Sanierungstarifvertrag für Karstadt ändern, um dem Investor Nicoals Berggruen den Zugriff auf den insolventen Warenhauskonzern möglich zu machen. Das teilte die Gewerkschaft Verdi heute selbst mit. Damit aber wird der Fortführungstarifsvertrag, der in seiner ursprünglichen Version bisher als nicht antastbar gegolten hat, doch nachträglich geändert.
Verdi wolle in den Vertrag eine von Berggruen geforderte Klausel aufnehmen, nach dem der Konzern in drei Säulen - Sporthäuser, Premium-Warenhäuser und die übrigen Warenhäuser - geteilt werden solle, sagte ein Verdi-Sprecher am Freitag.
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