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07.07.2010
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Interim-Management

Zum Retten eingeflogen

Von Marike Frick

Der Interim-Manager kommt, wenn es im Unternehmen brennt: Prüft, analysiert, räumt auf - und geht dann wieder
Corbis

Der Interim-Manager kommt, wenn es im Unternehmen brennt: Prüft, analysiert, räumt auf - und geht dann wieder

2. Teil: Der Ruf der Aufräumer

Obwohl er mehr arbeite als früher, sei er ausgeglichener, sagt Hippe. "Ich verbringe meine Wochenenden gedankenfrei." Denn er kann sich aus der Unternehmenspolitik raushalten, muss sich nicht aus Karrieregründen profilieren oder jahrelange Konflikte aushalten. Er muss nur seinen Job gut machen und kann dann gehen.

Weil dieser Job oft mit Veränderungen und manchmal auch mit Kündigungen verbunden ist, hängt den Interim-Managern der Ruf der Aufräumer an. "Dann heißt es, die machen die Drecksarbeit und schmeißen Leute raus", sagt Jens Christophers. "Dabei ist das nur ein kleiner Ausschnitt, die wirkliche Arbeit sieht anders aus." Christoph Hippe sagt sogar, viele Mitarbeiter seien froh, dass endlich jemand käme, der die Probleme der Abteilung löst. "Wir sind ja keine Rambos. Wir verschaffen uns objektiv ein Bild und ergreifen dann Maßnahmen."

Unternehmen zahlen Interim-Managern im Durchschnitt 1100 Euro pro Tag. Dafür, so Jens Christophers vom Dachverband, würden keine Sozialabgaben anfallen, kein bezahlter Urlaub, keine Kosten für Firmenwagen und Sekretärin – "und vor allem keine Entsorgungskosten wie eine Abfindung." Außerdem könne ein Interim-Manager innerhalb von zwei Wochen anfangen, bei einer regulären Führungskraft dauere das meist Monate. Manager wie Christoph Hippe müssen dafür damit rechnen, dass sich nicht gleich das nächste Projekt anschließt. Hippe erholt sich in solchen Wochen beim Sport, in der Natur und mit seiner Familie. "Das brauche ich dann auch, genau wie meine Partnerin", so Hippe. "Denn eine Beziehung in der Woche nur über das Telefon zu führen, ist natürlich auf Dauer auch nicht so toll."

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