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21.06.2010
 

Starke Nachfrage

Exportboom beflügelt deutsche Autoindustrie

Mercedes-Produktion in Sindelfingen: Erst Kurzarbeit, jetzt Sonderschichten
DPA

Mercedes-Produktion in Sindelfingen: Erst Kurzarbeit, jetzt Sonderschichten

Die deutsche Industrie erwartet in diesem Jahr ein deutlich größeres Wachstum der Ausfuhren als bisher angenommen. 2010 dürften die Exporte um 8 Prozent steigen, schätzt der BDI. Zu den größten Profiteuren zählen die Autohersteller: Sie reagieren mit Sonderschichten.

Berlin - "Der BDI hält für das Jahr 2010 ein Exportwachstum von 8 Prozent für wahrscheinlich", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Werner Schnappauf, am Sonntag. Bislang war der BDI von einem Wachstum von rund 4 Prozent ausgegangen. "Der deutsche Exportmotor ist wieder angesprungen", sagte Schnappauf bei der Vorstellung des BDI-Außenwirtschafts-Reports.

In den jüngsten drei Quartalen wuchsen die Exporte dem BDI zufolge im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal im Schnitt um 4,5 Prozent. Trotz dieser Steigerungen hätten die Ausfuhren aber wegen des Exporteinbruchs während der Wirtschaftskrise im ersten Quartal noch 12 Prozent unter dem Niveau vor der Krise gelegen.

"Die internationale Nachfrage nach 'Made in Germany' kann Deutschland aus der Krise ziehen", sagte Schnappauf. Vor allem die Erwartungen der Chemie- und Elektroindustrie seien weiter positiv. Allerdings gebe es noch kein selbsttragendes Wachstum in Deutschland.

Autohersteller mit Sonderschichten

Die deutlich gestiegene weltweite Nachfrage hilft vor allem der deutschen Automobilindustrie: Die Hersteller reagieren mit Sonderschichten und dem massiven Einsatz von Leiharbeitern auf den plötzlichen Anstieg der Nachfrage, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf die Konzerne berichtete.

Die Bestellungen überträfen bei weitem die in den Unternehmen geplante Produktion. Sogar die Sommerferien fielen deshalb in etlichen Werken aus. "Noch nie hat sich die Lage in einem so atemberaubenden Tempo zum Besseren gewendet", zitiert das Blatt einen Daimler-Aufsichtsrat. Die Werke seien voll ausgelastet. "Mercedes hat annähernd das Produktionsniveau vor der Krise erreicht."

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