Ein Gastbeitrag von Michael Holtermann und Jens Weinmann
Die Geschichte zeigt, daß große Innovationen Zeit brauchen. Der Übergang vom Verbrennungsmotor zum Batterieantrieb weist gewisse Parallelen zum Wettbewerb zwischen elektrischer Schreibmaschine und dem Personal Computer auf. Ähnlich wie Prototypen verschiedener Elektroautos schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts neben Fahrzeugen mit Otto- und Dieselmotor existierten, wurden auch Computer schon seit dem Zweiten Weltkrieg entwickelt und genutzt.
Den ersten Desktop verkaufte Hewlett Packard jedoch erst Anfang der Siebziger Jahre, gefolgt von Commodore und Apple. Die Qualität der dazugehörigen Drucker war miserabel, insbesondere im Vergleich zur getippten Schreibmaschinenseite. Hybridlösungen wie der sogenannte Typenraddrucker, bei dem die Buchstaben und Ziffern auf einer Nabe befestigt sind, erreichten zwar Schreibmaschinenqualität, waren aber den Anforderungen an ein stetig steigendes Druckvolumen ob ihrer begrenzten Geschwindigkeit nicht gewachsen.
Dass sich der PC letztlich doch gegenüber der Schreibmaschine durchsetzen konnte, lag an mehreren Begleitumständen: Kopiergeräte kamen in Umlauf und machten Durchschläge überflüssig, die Druckqualität verbesserte sich - nicht nur in technologischer Hinsicht mit Laser- und Tintenstrahldruckern, sondern auch bei der Verarbeitung der Fonts, die nicht mehr als Pixelhaufen dargestellt wurden, sondern als skalierbare Vektorgrafiken. Zudem wurde die Computersoftware zunehmend nutzerfreundlich. Als größter Vorteil des PCs stellte sich jedoch heraus, dass er über Funktionalitäten verfügte, die die Schreibmaschine nicht bieten konnte.
Ehe sich die PCs als obligatorisches Büroinventar durchsetzten, vergingen nochmals zehn Jahre. Bis die Elektroautos in unseren Garagen steht, wird vermutlich länger dauern. Im Moment können sie - abgesehen von ihrer begrenzten Verfügbarkeit - mit den an Reichweite und Preis eindeutig überlegenen konventionellen Autos noch nicht konkurrieren.
Am Mittwoch und Donnerstag, 16. und 17. Juni, findet an der ESMT in Berlin das 3. ESMT Annual Forum statt. Zum Thema "People, Planet, Profit: Creating a Sustainable Future" diskutieren unter anderem Bundesumweltminister Norbert Röttgen, Akbar Al Baker (Qatar Airways), Jean-Louis Beffa (Saint- Gobain/ BNP Paribas), Mel Horwitch (New York University), Wolfgang Mayrhuber (Lufthansa), Peter Löscher (Siemens), Alexander Medwedew (Gazprom) und René Obermann (Deutsche Telekom). manager magazin ist Medienpartner der hochkarätigen Veranstaltung.
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