Ein Gastbeitrag von Klaus Doppler
Klar, jede Führung ist immer auch eine Form von Entmündigung und muss sich legitimieren über die zusätzliche Wertschöpfung aus Sicht des Geführten. Aber, wenn man berücksichtigt, dass Erziehung in Elternhaus und Schule immer noch mehr oder weniger Erziehung zur Anpassung ist, dann kann man im Arbeitsleben nicht einfach eine totale Umkehrung machen und übergangslos die Selbstständigkeit einfordern bei Menschen, die damit eindeutig von ihrem Erfahrungshintergrund, ihrem Milieu und teilweise auch von ihrer Kultur her überfordert sind. Wer selbständige Mitarbeiter will, hat einen langen Weg des Umlernens vor sich, nicht nur auf Seiten der Mitarbeiter, sondern auch auf Seiten des Managements.
Zudem, ob gewollt oder nicht, wir können es gar nicht verhindern, dass Manager und Menschen überhaupt zu Vorbildern gemacht werden, nach denen man sich aus- und an denen man sich gegebenenfalls auch aufrichtet. Menschen neigen eben zum Nachahmen. Und darüber hinaus: Die Arbeitswelt belegt einen Großteil unserer Lebenswelt und beide Welten sind mittlerweile total miteinander vernetzt. Deshalb können Werte und gesellschaftliche Fragestellungen prinzipiell gar nicht mehr ausgeklammert werden.
Gerade jüngere Menschen überlegen sehr wohl, in welchem Umfeld, mit welchen Vorgesetzten, mit welchen Kollegen, in welcher Art von Organisation und in welchem Unternehmen sie arbeiten möchten. Dabei geht es nicht um infantile Flucht in die Abhängigkeit, sondern um sehr bewusste grundlegende Entscheidungen, wo ich mich mit meinen eigenen Wertvorstellungen am besten aufgehoben fühle. Deshalb ist man gerade auch als Manager immer auf ausgeleuchteter Bühne und immer in Verantwortung für alles was man tut oder eben auch nicht tut. Drittens: Und wenn Sprenger dann noch das Hohe Lied vom Mitarbeiter als einzigartige Persönlichkeit singt und dieses mit dem Hinweis abschließt, "dieses Einzigartige, dieses Individuelle gilt es zu kapitalisieren" dann ist klar, worum es im Endeffekt wirklich geht: Werde eigenständig, damit man aus dir noch mehr herausholen kann.
Damit wird auch deutlich: Die immer wieder von Sprenger hochgelobte Motivation von innen heraus könnte auch als raffinierstete Art der Selbstausbeutung interpretiert werden, weil ich jetzt aus "eigenem Antrieb" ohne entsprechende Bezahlung genau das will, was ich aus Sicht des Arbeitgebers schon immer soll.
Die Auswirkungen „moralfreier“ Führungsrollen sind und waren viel zu oft Gegenstand meiner beruflichen Tätigkeiten gewesen. Und Herrn Sprengers populistische Reduktion von existenzieller Komplexität zur „pragmatischen“ Handhabung [...] mehr...
Wenn vermeintliche Führungs- und Managementexperten wie Herr Sprenger die Vorbildfunktion der Führungskräfte derart auslegen, dann wundert es nicht, wenn Manager (vielleicht noch von ihm beraten) ohne Moral und Verantwortung nur [...] mehr...
Woher nimmt Herr Sprenger die Erkenntnis, dass Eigenverantwortung der Mitarbeiter und (wertebasierte) Vorbildfunktion des Chef/ der Chefin unvereinbar sind? Das Lernen am Modell ist eine Grundsäule des menschlichen Lernens und [...] mehr...
Allein wenn ich den Titel „Fußballstrategien für Manager“ lese, gehen bei mir wieder alle Alarmsignale an. Diesen Hipe hatten wir bereits bei der letzten WM und was ist bisher heute passiert? Die Wirtschaftskrise kam und [...] mehr...
Allein wenn ich den Titel „Fußballstrategien für Manager“ lese, gehen bei mir wieder alle Alarmsignale an. Diesen Hipe hatten wir bereits bei der letzten WM und was ist bisher heute passiert? Die Wirtschaftskrise kam und [...] mehr...
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