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10.06.2010
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Eine Stunde mit Jack Welch

Sich mit guten Leuten umgeben

Von Frank Arnold

Ehemaliger GE-Chef Welch: Er machte die gute Ausbildung von Führungskräften zu einem Markenzeichen des Unternehmens
AP

Ehemaliger GE-Chef Welch: Er machte die gute Ausbildung von Führungskräften zu einem Markenzeichen des Unternehmens

3. Teil: Gute Leute brauchen Freiräume

5. Grundprämisse: Man muss sich mit Leuten umgeben, die besser und schlauer sind als man selbst

Nach Meinung von Jack Welch war es immer ein Zeichen besonderer Kompetenz, wenn sich Führungskräfte mit Mitarbeitern umgeben, die besser und schlauer sind als sie selbst. Er selbst griff, wann immer GE in einer schwierigen Situation war, zu seiner "Spezialmethode": "Ich rief die besten und engagiertesten Leute zusammen, die ich auf allen Ebenen des Unternehmens - und manchmal auch außerhalb - finden konnte. Und ich bat sie unmissverständlich um ihre offene Meinung. Es kam mir darauf an, dass das Problem von allen möglichen Seiten vorbehaltlos angegangen wurde, damit wir anschließend mit der vorhandenen Information gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten suchen konnten."

Diese Diskussionen verliefen in der Regel ausgesprochen kontrovers. Die aufgeworfenen Fragen und Meinungsdifferenzen führten dazu, nicht nur die wirklich wichtigen Themen zu erkennen, sondern auch die zugrunde gelegten Annahmen zu überdenken. Zentral ist dabei, dass es nicht darum ging, wer recht hatte, sondern was richtig war.

Wirksame Führungskräfte umgeben sich mit starken Leuten, weil Widerstand für gute Entscheidungen unabdingbar ist. Die Beispiele, die Sie in Büchern und Biografien von Topführungskräften finden können, sind zahllos: Bill Gates ließ sich bezüglich seiner Internetstrategie komplett infrage stellen; Alfred Sloan jr. brach Sitzungen bei GM ab, wenn bei wichtigen Entscheidungen kein Dissens aufkam; Helmut Maucher hat bei Nestlé immer die Bedeutung der Einbeziehung von Mitarbeitern betont. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Meinungsverschiedenheiten zu wollen, um zu besseren Entscheidungen zu kommen, ist eben ein wesentlicher Teil kompetenten Managements. Wer Ja-Sager um sich schart, ist keine kompetente Führungskraft. Achten Sie darauf: Gute Leute werden ein Unternehmen verlassen, in dem Ja-Sager erwünscht sind.

6. Grundprämisse: Die guten Leute brauchen Freiräume

Wenn Jack Welch gute Leute gefunden hatte, ließ er ihnen viel Freiraum, die Bereiche zu leiten, für die sie verantwortlich waren. Bedingung war immer, dass sie die "GE-Culture", ein stehender Begriff im Unternehmen, mit Leben füllten und dabei vor allem dem GE-Grundsatz nach ständiger Veränderung und Verbesserung folgten.

7. Grundprämisse: Integrität ist unverzichtbar

Integrität alleine reicht selbstverständlich nicht aus, um etwas zu leisten. Fehlt sie aber, kann sie durch nichts aufgewogen werden. Für Jack Welch war die Frage nach der Integrität einer Person immer mit die erste, die er sich bei Personalentscheidungen stellte.

Wenn Sie die wirklich guten Leute irgendwann gefunden haben, wird es Ihnen bei dem einen oder anderen vielleicht so gehen wie dem Komponisten Sergej Rachmaninow, als er den jungen Pianisten Vladimir Horowitz seine Komposition Klavierkonzert Nummer drei spielen hörte. Voller Zufriedenheit und Erleichterung sagte Rachmaninow damals: "Ich muss nun nicht mehr spielen."

Heute widmet sich Jack Welch mit seiner Frau Suzy Welch der Aufgabe, einen Beitrag zur Verbreitung von gutem Management zu leisten, seine Bücher und Vorträge dazu sind weltweit erfolgreich.

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Zum Autor

Frank Arnold ist Berater, Key-Speaker zu Managementthemen und Bestsellerautor des Buches "Management - Von den Besten lernen". Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler leitet die Züricher Unternehmensberatung Arnold Management GmbH, spezialisiert auf das "Aktivieren der Intelligenz in den Unternehmen selbst".

Buchtipp

Frank Arnold:
Management
Von den Besten lernen

Hanser Fachbuchverlag, 431 Seiten, 24,90 Euro.

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