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28.05.2010
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Investorensuche

In Karstadts Namen

Von Matthias Kaufmann

2. Teil: Von Rosenthal bis Metro

"Trotz der Negativmeldungen gehört die Marke Karstadt weiterhin zu den bekanntesten Marken in Deutschland", befindet Experte Tafelmeier. "Die Marke mit ihrer 125-jährigen Unternehmensgeschichte steht für einen modernen Marktplatz mit großer Sortimentsvielfalt." Dieses Bild sei in den Köpfen der meisten Verbraucher fester verankert als das Missmanagement der vergangenen Jahre und ließe sich daher "kurz- und mittelfristig" wieder stärken.

"Chromatische Scheiben" von Ernst Wilhelm Nay: Auch die Gemälde aus der Karstadt-Konzernverwaltung wurden derweil versilbert
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DPA

"Chromatische Scheiben" von Ernst Wilhelm Nay: Auch die Gemälde aus der Karstadt-Konzernverwaltung wurden derweil versilbert

Tafelmeier verweist auf das Beispiel des Porzellanherstellers Rosenthal. Auch dort war der Markenname das Unternehmensasset mit dem höchsten Gewicht. "Das Bestimmen dieses Markenwertes war für das wirtschaftliche Überleben von Rosenthal von großer Bedeutung", sagt er, "vor allem für die Mitarbeiter."

Im Sommer 2009 wurde das insolvente Unternehmen von den piemontesischen Brüdern Pierluigi und Franco Coppo gekauft, die bis dahin mit ihrer Firma Sambonet Paderno vor allem für Kochtöpfe und Besteck standen, waren vor allem an der Traditionsmarke interessiert, die vor allem in Deutschland noch immer einen guten Klang hat. Die Rettung von Rosenthal gilt als erfolgreich, weil vom Insolvenzantrag bis zum Verkauf nur rund ein halbes Jahr verging. Da der Name aber mehr zählt als die Produktionsanlagen, musste rund 300 Rosenthalern gekündigt werden.

Vergleichbares könnte auch mit Karstadt geschehen. Zwar lässt sich dieser Markenname nicht kapitalisieren, ohne auch Verkaufsstellen - mit Mitarbeitern - zu betreiben. Aber zum Konzept von Triton gehören bereits jetzt Stellenstreichungen; auch Highstreet dürfte da wenig zimperlich sein. Nicolas Berggruen verpricht zwar, die bestehenden Arbeitsplätze zu halten, doch die Lage kann sich leicht ändern, wenn er tatsächlich in der Pflicht steht, Karstadt auf Kurs zu bringen.

Nicht zuletzt besteht bei allen drei Kandidaten die Möglichkeit, dass es schließlich zum Weiterverkauf kommt, vielleicht an Metro Chart zeigen. Der Handelskonzern, der die Kaufhof-Häuser betreibt, wäre nicht auf alle Karstadt-Standorte zwingend angewiesen. Dern Markennamen könnte er aber vielleicht gut gebrauchen.

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