Hamburg - Drei Investoren bemühen sich um Karstadt, der Milliardär Nicolas Berggruen, die Investmentfirma Triton und die Immobiliengruppe
Highstreet, die mehrheitlich Goldman Sachs
gehört. Das ist, nach allem Hin und Her, reichlich Interesse für eine Warenhauskette, die praktisch keine Vermögenswerte mehr hat und nach derzeitigem Stand kaum die teils überhöhten Mieten für seine Häuser erwirtschaftet.
Marke Karstadt: Mehr als Schall und Rauch
Selbst die Unsicherheit der vergangenen Monate hat daran nichts ändern können. Zwar tauchte Karstadt häufig im Zusammenhang mit Negativmeldungen auf. Zunächst ging es um die Insolvenz der Kette, dann um den Erhalt der Arbeitsplätze und nicht zuletzt um den Wandel vieler deutscher Innenstädte, wenn das größte Kaufhaus am Platz dichtmachen sollte.
Nicht zuletzt wurde immer wieder die schwierige Investorensuche thematisiert. Dass sich zunächst die möglichen Investoren nicht um Karstadt rissen, ist verständlich. Der Konzern hat in den Vorjahren verlustreich gewirtschaftet, und die Erwartungen an den potenziellen Retter sind hoch: Die Kommunen fordern den Erhalt möglichst vieler, auch kleiner Standorte; die Gewerkschaften, die ein wichtiges Wörtchen mitzureden haben, den Erhalt vieler Arbeitsplätze.
Andererseits muss jedes neue Management bei Karstadt etwas ändern, um rentabel wirtschaften zu können. Schon die hohen Mieten der Häuser sind eine kaum zu schulternde Last. Irgendjemand wird also verzichten müssen, wenn Karstadt überleben soll. Die Immobilienbesitzer - in den meisten Fällen Highstreet -, die Arbeitnehmer, die Kommunen. Letztere haben sich bereits zum Verzicht auf Steuereinnahmen bereiterklärt, um das Überleben von Karstadt zu sichern.
Wer sich in diese verfahrene Gemengelange traut, erhofft sich etwas. Während bei Highstreet im Vordergrund steht, den Leerstand der eigenen Immobilien zu verhindern, dürften die anderen beiden Bieter vor allem am Markennamen Karstadt interessiert sein.
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