Palo Alto - "Die Leute wollen einen einfach Weg, um die mit Dritten geteilten Informationen zu kontrollieren - also machen wir das", sagte Zuckerberg.
Bei sozialen Netzwerken wie Facebook können Nutzer ein eigenes Profil anlegen und sich mit Freunden und Bekannten vernetzen. Sie können öffentliche und private Nachrichten senden sowie Fotos und Videos einstellen. Viele der dort veröffentlichten Informationen sind sehr privat - weshalb Nutzer genau auswählen sollten, wer sie einsehen kann.
Die Einstellungen dafür sind bei Facebook bislang zu kompliziert, wie Nutzer und Verbraucherschützer beklagten. Facebook hat weltweit 400 Millionen Mitglieder, neun Millionen in Deutschland.
Zuckerberg kündigte am Sitz des Unternehmens im kalifornischen Palo Alto nun "einfachere und effektivere Kontrollmöglichkeiten für das Teilen von persönlichen Informationen" an. Durch neue Einstellungen würden die mehr als 400 Millionen Nutzer "volle Kontrolle" über die von ihnen ins Internet gestellten Informationen und Inhalte erhalten.
Auch sollen auf den Profilseiten künftig deutlich weniger Informationen für alle zugänglich sein. Zusätzlich will Facebook neue Optionen hinzufügen, mit denen Nutzer externe Anwendungen und Webseiten Dritter einfacher deaktivieren können. Schafft Facebook neue Anwendungen und Dienste, sollen die bisherigen Einstellungen darauf automatisch übertragen werden.
"Ziemlich große Überarbeitung unseres Systems"
Die vergangenen Wochen seien ziemlich anstrengend gewesen, sagte Zuckerberg. Die Arbeitsgruppen bei Facebook hätten "aufgedreht", um die neuen Einstellungen zu erarbeiten. "Das ist eine ziemlich große Überarbeitung unseres Systems." Die Änderungen sollten nun in den kommenden Wochen umgesetzt werden.
Die neuen Facebook-Einstellungen zum Datenschutz für die Nutzerinhalte sollen übersichtlich in einer Tabelle auf einer einzigen Seite präsentiert werden. Wer alle seine Informationen komplett privat halten wolle, muss laut Facebook nun weniger als 15 Einstellungen vornehmen - statt bislang 50. Trotzdem umfassen die Privatsphäre-Einstellungen noch immer acht Seiten; bislang waren es 13 Seiten.
Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU), die Facebook harsch für mangelnden Datenschutz kritisiert hatte, begrüßte die angekündigten Änderungen. Sie seien ein "erster Schritt in die richtige Richtung", erklärte sie am Freitag. Das Einlenken des Unternehmens zeige, dass auch das größte soziale Netzwerk sich nicht auf Dauer über die Interessen der Nutzer hinwegsetzen könne. "Die Menschen wollen Kontrolle über ihre Daten. Privates muss privat bleiben."
Die Grünen kritisierten, die Änderungen bei Facebook seien dennoch nur "kleine kosmetische Eingriffe". Die "notwendige, grundlegende Wende" habe der Konzern nicht vollzogen, erklärte Grünen-Vorstandsmitglied Malte Spitz. Er kritisierte, dass Facebook-Nutzer die Weitergabe von Daten noch immer aktiv unterbinden müssten. Stattdessen müsse Facebook den Prozess umkehren: Wer Daten weitergeben wolle, solle dem zustimmen müssen.
manager magazin mit Material von afp
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