Schäuble sagte, die deutsche Regierung sei zu raschem Handeln bereit: "Wenn wir hier zu einer entsprechenden Beschlussfassung kommen, werden wir morgen Mittag in einer Kabinettssitzung einen Gesetzentwurf beschließen." Die Gesetzgebung solle dann bis zum Freitag abgeschlossen werden. Ziel der Griechenland-Hilfe sei es, die "Stabilität der Eurozone als Ganzes zu verteidigen", so Schäuble.
Die Finanzhilfe von Euro-Staaten und IWF ist an eine strikte Kontrolle alle drei Monate geknüpft. Nur wenn die griechische Regierung nachweist, dass die angekündigten Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden, fließt das Geld. Sollte Griechenland früher als erwartet wieder an den Finanzmärkten Geld zu akzeptablen Bedingungen leihen können, so wird die Finanzhilfe auch früher gestoppt, erläuterten Diplomaten.
Frankreich hat eine Beteiligung der Banken an der Rettung Griechenlands vor der Staatspleite gefordert. Die ganze Welt habe ein Interesse daran, dass Griechenland wieder auf die Beine komme und das Vertrauen der Finanzmärkte zurückgewinne, sagte die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde am Sonntag vor dem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. "Ich würde erwarten, dass der Finanzsektor ebenfalls schaut, was er tun kann", ergänzte sie.
Die Versicherer Allianz
und Munich Re
wollen sich einem Zeitungsbericht zufolge an dem von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann initiierten
Hilfspaket deutscher Unternehmen für Griechenland beteiligen. Das berichtete die Zeitung "Financial Times Deutschland" am Sonntag vorab aus ihrer Montagausgabe. Im Gespräch sei, dass die Deutsche Bank
einen 500-Millionen-Euro-Kredit zu denselben Konditionen wie die Bundesregierung bereitstellen könnte, die Allianz einen Kredit über 300 Millionen Euro und die Munich Re über 200 Millionen Euro. Darüber hinaus sei der Ankauf griechischer Staatsanleihen im Gespräch.
Ackermann habe außerdem bei Daimler
und Siemens
um Hilfsbeiträge gebeten, die Verhandlungen sollten am Sonntag fortgesetzt werden. Kommentare von Münchener Rück, Allianz, Daimler und Siemens zu dem Bericht waren am Sonntag nicht zu erhalten. Reuters hatte am Freitag aus Kreisen erfahren, deutsche Unternehmen wollten sich an den Hilfen für Griechenland beteiligen und hätten bisher ein bis zwei Milliarden Euro informell zugesagt. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann helfe bei der Zusammenstellung des Rettungspakets, er sei nach Beratungen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble tätig geworden. Die Deutsche Bank bestätigt die Informationen nicht.
manager magazin mit Material von dpa-afx und reuters
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