23.04.2010
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Schuldenkrise

Griechenland vor Kapitulation

2. Teil: "Ein Fass ohne Boden"

Nach Einschätzung des FDP-Politikers Frank Schäffler muss Deutschland indes vermutlich weit mehr Finanzhilfen an Griechenland zahlen als bisher angenommen. Der liberale Abgeordnete und Finanzexperte sagte der "Bild"-Zeitung vom Freitag, die Kredithöhe könnte mehr als doppelt so hoch ausfallen wie erwartet. "Es ist wahrscheinlich, dass Deutschland bis Ende 2012 über 30 Milliarden Euro Kredite bereitstellen muss", sagte Schäffler. "Danach könnte es noch mehr werden. Griechenland ist ein Fass ohne Boden."

Die Einschläge kommen näher: Griechenland rutscht immer tiefer in die Schuldenkrise
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AFP

Die Einschläge kommen näher: Griechenland rutscht immer tiefer in die Schuldenkrise

Schäffler beziffert den Refinanzierungsbedarf Griechenlands mit knapp 130 Milliarden Euro bis 2012, wie die Zeitung weiter berichtete. In Kreisen der Bundesregierung hatte es dem Bericht zufolge zuletzt geheißen, Deutschland müsse möglicherweise Kredite in Höhe von bis zu 16,8 Milliarden Euro bereitstellen.

Angesichts der prekären Finanzlage Griechenlands hat SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier Klarheit über deutsche Hilfen noch vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen verlangt. "Die Finanzmärkte und die deutsche Öffentlichkeit brauchen Klarheit", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Die Bundesregierung aber laviert weiter herum." Die Regierung wolle ihr Gesetz zur Griechenland-Hilfe erst nach der Wahl in Nordrhein- Westfalen "durchs Parlament peitschen." An Rhein und Ruhr wird am 9. Mai ein neuer Landtag gewählt.

Steinmeier forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, das geplante Gesetz für die Griechenland-Hilfen sofort, nach Möglichkeit noch in dieser Woche, auf den Weg zu bringen. Die SPD-Fraktion sei bereit, an einer vernünftigen Lösung mitzuwirken. "Für unverantwortliche Schnellschüsse aber stehen wir nicht zur Verfügung", betonte Steinmeier.

Der Kurs des Euro hatte am Freitag seine Talfahrt vom Vortag zunächst fortgesetzt und sich der Marke von 1,32 US-Dollar angenähert. Nach Veröffentlichung der nach oben korrigierten Defizitzahlen für Griechenland war der Euro bereits am Donnerstag unter die Marke von 1,33 Dollar gesunken, nachdem er zuvor noch über 1,34 Dollar notiert hatte. Auch ein stark ausfallender ifo-Geschäftsklimaindex werde keine Trendwende beim Euro herbeiführen, erwartet die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

manager magazin mit Material von reuters, ddp und afp

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