Von Arvid Kaiser
Auch gegen die Deutsche Bank liegen bereits CDO-Klagen vor. Schon 2008 forderte die Regionalbank M & T, an der Warren Buffett als Großaktionär beteiligt ist, 82 Millionen Dollar Schadenersatz wegen eines CDOs namens Gemstone, von der Deutschen Bank angeblich als "sicher, unbedenklich und nahezu risikofrei" beworben.
Die Deutsche Bank kommentiert all diese Vorwürfe nicht. Weil es bisher in dem relativ jungen Markt kaum Rechtsstreit gab, sind die juristischen Erfolgsaussichten der Klagen offen. Goldmans Verteidigungslinie lautet, dass alle Beteiligten erfahrene Teilnehmer des CDO-Handels waren und wussten, worauf sie sich einlassen. Die SEC hebt dagegen E-Mails des Goldman-Managers Fabrice Tourre hervor, in denen der "fabelhafte Fab" sich zum "einzigen möglichen Überlebenden" erhebt.
Bei den New Yorker Deutschbankern dürfte diese Überheblichkeit böse Erinnerungen wecken. In den 90er Jahren klagten der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble
und drei weitere Industriefirmen, weil Bankers Trust sie mit Derivaten hinters Licht geführt habe.
Die Klage schien aussichtslos, bis Mitschnitte von Telefonaten der Banker auftauchten: "Funny business, you know? Lure people into that calm and then just totally fuck 'em." Bankers Trust musste zahlen, der Ruf war dahin, das Institut reif für die Übernahme durch die Deutsche Bank.
Bankenanalyst Konrad Becker meint, dass der Goldman-Prozess zu einer Verurteilung führen könnte. "Das hätte mehr Folgen als nur die Strafzahlung", sagt Becker, "es würde das Renommee der Investmentbanken treffen und den Regierungen erleichtern, ihre Regulierungspläne durchzusetzen". Die Deutsche Bank muss also hoffen, dass die Goldmänner nicht vom Glück verlassen werden. "Wenn sie dagegen gewinnen, werden sie heiliggesprochen."
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