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16.04.2010
 

Aschewolke

60 Prozent aller Flüge in Europa fallen aus

Hunderttausende Reisende sind gestrandet, Tausende Flüge fallen aus: Die Aschewolke aus Island legt den Flugverkehr in weiten Teilen Europas lahm. Auch Polen ist betroffen, möglicherweise muss die Trauerfeier für Präsident Kaczynski verschoben werden.

Brüssel - Die Aschewolke eines isländischen Vulkans bringt die Reisepläne von Hunderttausenden Passagieren durcheinander - und gefährdet die Trauerfeier für den polnischen Präsidenten Lech Kaczynski. Nach Angaben der europäischen Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol werden am Freitag 60 Prozent aller Flüge in Europa ausfallen. Auch werde die Wolke mindestens noch für die nächsten 24 Stunden den Flugverkehr lähmen, teilte die Behörde in Brüssel mit. Zwölf Länder in Europa haben ihren Luftraum ganz oder teilweise gesperrt, darunter Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

Nichts geht mehr: Die Aschewolke aus Island legt den Flugverkehr in weiten Teilen Europas lahm
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DPA

Nichts geht mehr: Die Aschewolke aus Island legt den Flugverkehr in weiten Teilen Europas lahm

Während skandinavische Länder wie Schweden die Sperrung ihres Luftraums nach und nach wieder aufheben, beeinträchtigt die Aschewolke nun den Flugverkehr in den südlicheren Regionen. In Deutschland sind inzwischen das Drehkreuz Frankfurt und zwölf weitere Flughäfen geschlossen. Österreich sieht einer Sperrung des Luftraums am späten Nachmittag entgegen, und Polen hat bereits den Flugverkehr in weiten Teilen eingestellt. Nur zwei Flughäfen, Krakau und Rzeszow im Süden des Landes, seien noch offen, teilte ein Sprecher der Luftfahrtagentur in Warschau mit.

Möglicherweise wird wegen der massiven Luftverkehrsstörungen auch die Trauerfeier für den verunglückten polnischen Präsidenten Lech Kaczynski und seine Frau verschoben. Eine Verschiebung sei eine "ernsthafte Option", teilte die polnische Präsidentschaft mit. Auf dem Krakauer Flughafen wurden am Sonntagvormittag mehr als 80 ausländische Flugzeuge mit Spitzenpolitikern erwartet, darunter US-Präsident Barack Obama und Russlands Staatsoberhaupt Dmitrij Medwedew. Nur jeder zweite Transatlantikflug wird am Freitag nach Einschätzung der europäischen Flugsicherung stattfinden können.

Obamas Polen-Flug zum Wochenende gerät in Gefahr, Kanzlerin Angela Merkel bekam die Auswirkungen des Vulkanausbruchs schon auf einem Rückflug von ihrer viertägigen USA-Reise zu spüren. Ursprünglich war ihre Landung für 15.30 Uhr auf dem Flughafen Tegel geplant - der allerdings ist momentan wie alle Berliner Flughäfen gesperrt. "Wenn die Flugsicherung es für erforderlich hält, wird die Flugroute angepasst", sagte ein Regierungssprecher dazu.

Ebenfalls auf dem Rückweg nach einem Besuch in den USA ist Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg. Vor dem Start in New York sagte er im Fernsehen, dass es für ihn das Wichtigste sei, möglichst schnell wieder mit einem Flugzeug von Nordamerika nach Europa zu kommen. Hier könne er nach je nach Lage entweder mit der Bahn oder dem Auto die Heimreise nach Norwegen fortsetzen. Statt in Oslo jedoch musste er nun in Madrid landen. Die Entfernung zwischen den Hauptstädten Spaniens und Norwegens beträgt 3000 Kilometer.

Die Situation auf den europäischen Flughäfen reicht von gelassen bis chaotisch. Während in London-Heathrow schon seit Sperrungsbeginn am Donnerstagmittag nur noch wenige Menschen auf den Flughäfen eintreffen, sind am Flughafen Amsterdam Schiphol Tausende Passagiere gestrandet. In der Nacht seien 1500 Notbetten aufgestellt worden, teilte das niederländische Rote Kreuz mit. Verärgert zeigten sich viele Menschen über die Hoteliers der Umgebung: Die Preise selbst der billigsten Hotelzimmer seien sofort in die Höhe geschossen, berichtete der Nachrichtensender NOS. Eine Übernachtung habe teils statt 60 bis zu 200 Euro gekostet.

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