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manager magazin



01.04.2010
 

Korruptionsaffäre

Daimler handelt Vergleich aus

Die Schmiergeldaffäre bei Daimler dürfte bald beendet sein. Nach jahrelangem Hin und Her soll noch am Donnerstag ein Vergleich richterlich abgesegnet werden. Damit bekennt sich der Konzern schuldig - und zahlt ein Mehrfaches der verhandelten Bestechungssumme.

Washington/Stuttgart - Daimler dürfte das Kapitel Schmiergeld bald schließen können. Am Donnerstag sollte ein Richter in Washington den ausgehandelten Vergleich mit der US-Justiz absegnen. Für den Autobauer endet damit ein jahrelanges Geschacher mit den amerikanischen Behörden. Um endlich Ruhe zu haben, willigten die Stuttgarter ein, 185 Millionen Dollar zu zahlen und sich schuldig zu bekennen.

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REUTERS
Nach Siemens kauft sich damit ein weiteres deutsches Unternehmen wegen Korruption frei. Die Schmiergeld-Affäre der Münchener hatte jedoch andere Dimensionen: Damals ging es um 1,3 Milliarden Euro, die in dunklen Kanälen versickert waren. Mit dem Geld sicherte sich Siemens weltweit Aufträge. Am Ende büßte der Konzern dafür mit einer Strafzahlung an die US-Behörden von alleine rund 600 Millionen Euro. Strafen in Deutschland, eine Steuernachzahlung und Anwaltshonorare trieben die Gesamtkosten auf etwa 2,5 Milliarden Euro hoch.

Laut Anklageschrift flossen bei Daimler 56 Millionen Dollar. Gemessen daran liegt die Strafsumme hoch. Experten sehen den Grund dafür in einer bockigen Haltung der Stuttgarter. Diese hätten zuerst nicht mit den US-Behörden kooperieren wollen. Dafür spricht, dass Siemens sein Verfahren in rund zwei Jahren über die Bühne brachte. Bei Daimler laufen die Untersuchungen nach dem Tipp eines ehemaligen Mitarbeiters seit 2004.

Die US-Behörden werfen Daimler vor, in den Jahren 1998 bis 2008 Regierungsbeamte in mindestens 22 Ländern bestochen zu haben, um an lukrative Aufträge für Lastwagen, Kleintransporter, Busse und Pkw heranzukommen. Die Hauptschuldigen sehen die US-Ermittler in den Reihen der Vertriebsmannschaft. Die internen Kontrollinstanzen hätten das Treiben aber gedeckt, hieß es.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat inzwischen aufgeräumt: Etwa 45 Mitarbeiter mussten gehen. Seit zwei Jahren gibt es auch einen speziellen Korruptionsbeauftragen, der nah am Vorstand sitzt. Die Konzernrevision, die nach den Erkenntnissen der US-Ermittler schon früh Bedenken geäußert hatte, war im Unternehmen ungehört geblieben. Was der Vorstand wusste, lässt die Anklage offen.

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