Nürnberg - Die Zahl der Menschen ohne Job ging im März im Vergleich zum Vormonat überraschend deutlich um 75.000 auf 3,568 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,2 Punkte auf 8,5 Prozent.
BA-Chef Frank-Jürgen Weise warnte aber vor Euphorie. "Wir sehen keine Trendwende", sagte er. Die Arbeitslosigkeit sei noch immer hoch. "Die Konjunktur scheint anzuspringen. Für den Arbeitsmarkt gilt das aus unserer Sicht noch nicht." Dennoch bilanzierte er: "Auch jenseits der jahreszeitlichen Einflüsse hat der deutsche Arbeitsmarkt die wirtschaftliche Krise gut verkraftet."
Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Erwerbslosigkeit im März um 18.000 ab. Berücksichtigt man jedoch die von privaten Vermittlern betreuten Arbeitssuchenden, die im Zuge einer Statistikänderung seit Mai 2009 nicht mehr als arbeitslos ausgewiesen werden, sind es 142.000 mehr.
Weise lobt Kurzarbeit und Flexibilität
Hauptgründe für den Rückgang im März waren laut Weise die hohe Flexibilität von Arbeitgebern und Beschäftigten, die durch den Abbau von Überstunden und Arbeitszeitkonten Entlassungen vermieden haben, sowie Kurzarbeit.
Ersten Schätzungen der Behörde zufolge nutzten im ersten Quartal 850.000 Menschen in etwa 60.000 Betrieben dieses Instrument. Das sind etwa 40.000 Beschäftigte mehr als im Dezember 2009, wie BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker sagte. Neu beantragt wurde das konjunkturelle Kurzarbeit von etwa 5.000 Arbeitgebern mit bis zu 60.000 Beschäftigten.
© manager magazin Online 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH