Es gebe inzwischen "deutlich mehr Unterstützung für eine maßgebliche Einbindung des IWF", hieß es aus deutschen Regierungskreisen. "Das begrüßen wir." Berichte über eine angebliche Einigung zwischen Berlin und Paris - etwa zu IWF-Hilfen oder anderen Details - wurden nicht bestätigt.
Wichtig sei, dass Griechenland mit seinem Sparprogramm seine Glaubwürdigkeit an den Finanzmärkten zurückgewinne. Allein die Beteiligung des IWF an einem solchen Programm erhöhe die Glaubwürdigkeit. Dadurch würden Risikoaufschläge für Staatsanleihen geringer, was die Umsetzung eines Sanierungskurses erleichtere.
Wie schon die harte Haltung Deutschlands insgesamt, so stößt auch der Vorschlag einer IWF-Beteiligung auf Widerstand der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB). "Diejenigen, die an ökonomischer und monetärer Stabilität in Europa interessiert sind, sollten sich gegen den Gang zum IWF wehren", sagte EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi der Wochenzeitung "Die Zeit". Er forderte zu Klagen vor dem deutschen Verfassungsgericht auf, sollte die Entwicklung in diese Richtung gehen.
Rehn rief die Euro-Staaten auf, mit dem Beschluss eines Hilfsmechanismus ihre Fähigkeit zu demonstrieren, die Krise allein zu lösen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bekräftige seine skeptische Haltung zur Einschaltung des IWF. Auf Dauer sei es besser, wenn die Europäer ihre Probleme selbst lösen, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Wenn aber im Einzelfall doch zum IWF gegangen werde, müsse das eine Ausnahme sein. Und auch Griechenland selbst drängte zu einer europäischen Lösung, nachdem es vergangene Woche noch mit dem angedrohten Gang zum IWF versucht hatte, die Partnerländer unter Druck zu setzen.
In Regierungskreisen wurde der Vorwurf anderer EU-Staaten zurückgewiesen, Berlin verfolge einseitig nationale Interessen und sei nicht solidarisch. Aus Sicht Berlins wird dies auch nicht von einer Mehrzahl der Euro-Staaten geäußert. Es gebe sicher "einzelne Äußerungen". Deutschland lehne Hilfen nicht ab. Die Frage sei nur, wann und wie geholfen werde. Die Debatte über den künftigen Stabilitätspakt sei auch keine rein deutsche Diskussion. Berlin trete als Sachwalter der Stabilitätsgemeinschaft sowie der europäischen Verträge und nicht des deutschen Sparers auf.
manager magazin mit Material von dpa-afx und reuters
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