Berlin - Der Euro ist am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit Mai gefallen. Nach Einschätzung der Commerzbank-Analysten haben Investoren derzeit den Eindruck, "dass sich Angela Merkel mit ihrer harten Haltung gegenüber Griechenland durchsetzen könnte und auch Frankreich einer Hilfe durch den IWF zustimmt".
Am Devisenmarkt werde eine IWF-Lösung als Schwäche der europäischen Politik interpretiert. Der Euro rutschte bis auf 1,3329 Dollar ab und war damit so günstig wie seit Mai 2009 nicht mehr.
Die Gemeinschaftswährung wurde zusätzlich davon belastet, dass die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Portugals schlechter bewertet. Sie senkte ihre Bonitätsnote für das ebenfalls hoch verschuldete Euro-Land auf "AA-" von bislang "AA". Im frühen asiatischen Geschäft waren noch mehr als 1,35 Dollar für die Gemeinschaftswährung bezahlt worden.
"Inzwischen ist so ziemlich jede wichtige technische Marke beim Euro gefallen, und es sieht so aus, als geht es weiter nach unten", sagt ein Händler. Er habe den Eindruck, dass es nur sehr wenige Investoren gebe, die für den Fall einer Lösung für das griechische Haushaltsproblem auf einen steigenden Euro setzen.
Die Rendite der zehnjährigen griechischen Anleihe lag am Nachmittag bei 6,35 Prozent und damit etwas niedriger als zum Vortagesschluss bei 6,37 Prozent. Der von Investoren geforderte Risikoaufschlag für griechische Staatsanleihen hat sich unterdessen auf 325 Basispunkte verringert. Im späten Dienstagsgeschäft lag er laut Tradeweb noch bei 330 Basispunkten.
Das Ringen der Europäer um einen Kompromiss über Nothilfen für Griechenland hat derweil auch einen Tag vor dem EU-Gipfel noch nicht zum Erfolg geführt. Weder stehe das Thema auf der Tagsordnung des am Donnerstag beginnenden Treffens, noch stehe eine Entscheidung an, hieß es am Mittwoch in deutschen Regierungskreisen.
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