Frankfurt am Main - Die Weichen für eine Aufspaltung des Versicherers Deutscher Ring sind gestellt. Die schweizerische Baloise
, der die Leben- und Sachsparte des Hamburger Konzerns gehört, und die Dortmunder Signal Iduna als Eigentümer der Deutscher Ring Kranken einigten sich auf eine sofortige Auflösung des Organisationsvertrags für den Deutschen Ring, wie aus einer gemeinsamen Mitteilung vom Freitag hervorgeht.
Sie kommen damit einer Forderung der Finanzaufsicht BaFin nach, die das gegenseitige Weisungsrecht für viele der 1650 Beschäftigten in Hamburg moniert hatte. Nun wird über die weiteren Schritte der Teilung verhandelt. Darüber sei Stillschweigen vereinbart, hieß es in der Mitteilung.
Baloise und Signal Iduna stritten sich seit Monaten öffentlich über die Zukunft des Deutschen Ring. Die Schweizer wollten die Sach- und Lebensparte enger an ihre deutsche Basler Versicherung anbinden und 230 Arbeitsplätze streichen. Die als Versicherungsverein organisierte Kranken-Sparte hatte sich daraufhin an Signal Iduna angelehnt.
Signal-Iduna-Chef Reinhold Schulte war mit seinem Ansinnen, die beiden anderen Sparten zu übernehmen, bei Baloise aber auf taube Ohren gestoßen. Nun muss er seine Pläne endgültig aufgeben.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte Mitte Februar Bewegung in die Debatte gebracht. Sie hatte die Gemengelage beim Deutschen Ring für unhaltbar erklärt. Die Versicherer sitzen im selben Haus, die Mehrzahl der Mitarbeiter hat Doppelarbeitsverträge, IT und Risikomanagement sowie der Vertrieb werden gemeinsam genutzt. Das muss sich nun ändern.
Vor allem im Vertrieb hatte sich die Lage zugespitzt: Signal Iduna und Baloise versuchen sich gegenseitig Mitarbeiter abzuwerben, Baloise baut einen eigenen Außendienst auf. An dem Strukturvertrieb OVB sind beide Versicherer beteiligt.
Baloise-Chef Martin Strobel hatte der Nachrichtenagentur Reuters im Februar gesagt, die Aufspaltung könne in diesem Jahr weitgehend abgeschlossen werden. Er beziffert die Kosten dafür auf 30 Millionen Euro. In Verhandlungskreisen hieß es, eine "geordnete, für beide Seiten vernünftige Lösung" müsse zeitnah gefunden werden.
manager magazin mit Material von reuters
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