Düsseldorf - Im Konflikt um die geplante Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke droht den Betreibern Eon
, RWE
, EnBW
und Vattenfall
nach einem Pressebericht Ärger von den Stadtwerken. 150 von ihnen haben sich zusammengeschlossen, wie das "Handelsblatt" am Freitag berichtet. Die Stadtwerke drohten mit dem Ende von Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe in neue, klimafreundliche Kraftwerke, sollte die Bundesregierung die Kernkraftwerksbetreiber nicht verpflichten im Falle einer Laufzeitverlängerung alte Kohlekraftwerke stillzulegen.
Mit längeren Laufzeiten würde die Vormachtstellung der vier Kernkraftwerksbetreiber auf Jahre festgeschrieben, berichtet die Zeitung aus einem Gutachten, das Stadtwerke und regionale Energieversorger am Montag vorstellen wollen und das dem Blatt vorliege. Stadtwerke erzeugen derzeit 10 Prozent der Energie in Deutschland.
Mit ihrem Vorstoß erschweren die Stadtwerke der schwarz-gelben Koalition die Umsetzung ihrer Zusage, die Laufzeiten der 17 Reaktoren über das Jahr 2022 hinaus zu verlängern. Das Thema sorgt auch in der Koalition für Streit. Während vor allem Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) dafür plädiert, die Laufzeiten nur um wenige Jahre zu verlängern, spricht sich der Wirtschaftsflügel der Union für eine großzügige Regelung aus.
Rückendeckung bekommen die Stadtwerke vom Verband Kommunaler Unternehmen (VKU), in dem 800 Stadtwerke zusammengeschlossen sind: Die Bundesregierung müsse sich darüber im Klaren sein, dass die Laufzeitverlängerung "einen massiven Eingriff in die Marktverhältnisse darstellt", sagte VKU-Präsident Stephan Weil der Zeitung.
Viele Stadtwerke hätten im Vertrauen auf das Auslaufen der Kernkraft Investitionen geplant, die die Energieversorgung dezentraler gestalten und klimafreundlicher machen könnten. "Eine Laufzeitverlängerung nimmt der Umstrukturierung der Energieerzeugung die erforderliche Dynamik", sagte Weil.
manager magazin mit Material von dpa-afx
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