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manager magazin



10.03.2010
 

Eon

Bernotats letzte Bilanz

Von Karsten Stumm

Wulf Bernotat tritt als Chef des größten deutschen Energiekonzerns mit einer zwiespältigen Bilanz ab. Ehemals glanzvolle Unternehmenssparten haben plötzlich Sanierungsbedarf. Doch ausgerechnet sein größter Fehlschlag könnte die Zukunft des Düsseldorfer Unternehmens gesichert haben.

Hamburg - Zum Abschied darf er noch einmal einen hohen Milliardengewinn verkünden. Eon-Chef Wulf Bernotat hat heute zum letzten Mal die Jahresbilanz seines Unternehmens vorgelegt, ehe er Ende April die Führung des Energiekonzerns an Johannes Teyssen abgibt. Es ist eine zwiespältige Schlussbilanz geworden.

Eon-Ruhrgas: Pipeline-Geschäft wirft weniger Profit ab
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DPA

Eon-Ruhrgas: Pipeline-Geschäft wirft weniger Profit ab

Eon Chart zeigen, Deutschlands größter Energiekonzern, verdiente im vergangenen Jahr unter dem Strich 5,33 Milliarden Euro und damit 4,8 Prozent weniger als im Vorjahr, wie Bernotat in Düsseldorf mitteilte. Der Umsatz ging zudem um 6 Prozent auf knapp 82 Milliarden Euro zurück. Immerhin: Die Aktionäre sollen dennoch eine Dividende von unverändert 1,50 Euro je Aktie erhalten. Grund für den Rücksetzer ist ausgerechnet die ehemalige Perle des Eon-Konzerns - die Gastochter Ruhrgas.

"Die Ergebnisse, die Ruhrgas früher erzielt hat, sind Geschichte", gestand Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg bereits kürzlich kleinlaut ein. In der Tat: In den Jahren 2006 bis 2008 hatte Ruhrgas im Schnitt rund 2,5 Milliarden Euro zum Eon-Konzernergebnis beigetragen. Jetzt muss allein der Eon-Geschäftsbereich Pan European Gas für 2009 ein Minus im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent hinnehmen. Eon-Chef Bernotat ist auf dem falschen Fuß erwischt worden.

Sein Tochterunternehmen Ruhrgas, stolz und eigenwillig in Essen residierend und damit immerhin eine knappe halbe Stunde von Bernotats Düsseldorfer Konzernzentrale entfernt, hat jahrelang auf das Pipeline-Geschäft mit Erdgas gesetzt. Auf feste Preise mit seinem Hauptlieferanten in Russland. Auf die Koppelung des Gaspreises an den Ölpreis. Doch seit einigen Monaten steht der Gasmarkt Kopf: Weltweit ist die Nachfrage wegen der Wirtschaftskrise gesunken. Um fast ein Drittel liegen die Notierungen am Spotmarkt momentan unter den Werten, die die großen deutschen Gasimporteure mit ihrem russischen Partner Gazprom Chart zeigen vereinbart haben.

Entsprechend groß ist nun der Wettbewerbsnachteil, den Eon-Ruhrgas gar im Wettbewerb mit scheinbar unbedeutend kleinen Konkurrenten ausfechten muss. Denn die decken sich zumeist gerade auf dem derzeit so vorteilhaften Spotmarkt ein - und der Druck auf den Branchenprimus steigt auch noch: Mittlerweile konkurrieren mehr als 200 Unternehmen allein um das Gasgeschäft mit Privathaushalten. Im Frühjahr vergangenen Jahres waren es nach Angaben der Branchenverbände weniger als 120. Damit nicht genug.

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