Athen - Die Finanzkrise belastet die griechische Wirtschaft stärker als bislang angenommen. Das makroökonomische Umfeld habe sich zuletzt verschlechtert, schrieb die griechische Regierung am Mittwoch in einem Bericht an die EU-Kommission.
Auch wegen einer Revision der Daten für 2009 werde die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um mehr als 0,3 Prozent zurückgehen. Dazu kämen die Sparpläne: Es gebe kaum Zweifel daran, dass die Gehaltskürzungen und das schlechtere wirtschaftliche Umfeld den Konsum in diesem Jahr belasteten.
Bisher werde das Sparprogramm planmäßig umgesetzt, hieß es weiter. Griechenland muss der EU-Kommission regelmäßig einen Bericht über seine Fortschritte beim Abbau der ausufernden Staatsverschuldung vorlegen.
Mit einer massiven Streikwelle wollen die griechischen Gewerkschaften am (morgigen) Donnerstag gegen das Sparpaket der Regierung protestieren. Sie kündigten am Mittwoch die Schließung aller Schulen, Zoll- und Steuerämter sowie die Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs und der Flüge für 24 Stunden an.
Der Streik sollte am Mittwoch um Mitternacht beginnen. Feuerwehrleute, Polizisten und Beamte der Küstenwache planen Protestkundgebungen.
Die Gewerkschaften protestieren gegen das Sparprogramm im Umfang von 4,8 Milliarden Euro, mit dem die griechische Regierung das hohe Haushaltsdefizit in den Griff bekommen will. Es sieht unter anderem Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst von rund 8 Prozent sowie eine Erhöhung der Verbrauchssteuern vor.
manager magazin mit Material von reuters und ap
© manager magazin Online 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH