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manager magazin



10.03.2010
 

Schleppender Aufschwung

Deutschlands Export bricht im Januar ein

Von Arne Gottschalck

Vor einigen Wochen waren es nur diffuse Sorgen - Deutschland müsste für 2010 seine Wachstumsprognosen senken. Nun nähren die schwachen Exportzahlen im Januar diese Furcht. Doch noch winken die Experten ab.

Hamburg - Überrascht sind sie, die Experten. Überrascht von dem Einbruch des deutschen Exports im Januar, den das statistische Bundesamt am Mittwoch vermeldete. Die deutschen Exporte sind im Januar im Vergleich zum Vormonat um 6,3 Prozent zurückgefallen, haben die Statistiker errechnet. Nur im Januar 2009 war der Rückgang mit 7,2 Prozent größer. Analysten hatten mit einem kalender- und saisonbereinigten Plus von 0,8 Prozent gerechnet.

Export: Profiteur der weltweiten Vernetzung
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Wissenschaftler zucken mit der Schulter. "Ich kann nicht genau sagen, was da passiert ist. Ich bin überrascht, dass die Zahlen so schlecht sind", sagt Simon Junker, Analyst bei der Commerzbank. "Anscheinend ist die Binnennachfrage gut, wenn die Importe so stark steigen. Das ist aber auch das einzige Positive, was man aus den Daten herausziehen kann. Die Zahl ist eine Katastrophe." Und Jürgen Michels, Analyst bei der Citigroup, sekundiert: "Dieser starke Einbruch kommt überraschend. Die Frage ist, inwieweit das kalte Winterwetter das Ergebnis verzerrt hat."

Bereits vor einem knappen Monat wurde darüber spekuliert, ob Deutschland seine Wachstumsprognosen für 2010 werde senken müssen. "Wir rechnen damit, dass wir unsere Wachstumsprognose für dieses Jahr um etwa 0,25 Prozentpunkte nach unten senken müssen", sagte seinerzeit Professor Michael Grömling gegenüber manager magazin. Die Gründe für den Leiter der Konjunkturabteilung des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln.

"Statt des kleinen Anschubs, den wir bisher aus dem Vorjahr unterstellt haben, müssen wir unsere Rechnung nun ohne diesen Effekt machen." Auch der Leiter der Konjunkturabteilung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle haute in die gleiche Kerbe. "Auch wir werden unsere Prognose überprüfen, nachdem klar ist, dass der statistische Überhang, also der Rückenwind aus dem Vorjahr, uns nicht so hilft, wie bisher angenommen", sagte Professor Oliver Holtemöller seinerzeit. Zwar werde "der deutsche Export einen erheblichen Beitrag zum Wirtschaftswachstum liefern können." Aber "wichtige Wirtschaftspartner der Bundesrepublik, wie manche Staaten der Euro-Zone sowie in Mittel- und Osteuropa, fassen zu langsam Tritt, als dass unsere Unternehmen dort schon wieder große Warenmengen verkaufen können."

Die Prognose der Institute scheint daher schneller Realität zu werden als erwartet. "Da muss bei den Ausfuhren ein Sondereffekt eine Rolle gespielt haben", mutmaßt Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank. "Denn diese Zahlen passen nicht in das Bild der anderen Wirtschaftsindikatoren. Auch Einkaufsmanagerindex und Ifo-Umfrage hatten für eine Erholung der exportabhängigen Industrie gesprochen."

Immerhin, gegenüber dem Januar 2009 stiegen die Exporte dennoch um 0,2 Prozent. Kein Wunder also, wenn einige Experten sich noch in Zuversicht üben. "Es ist noch zu früh zu sagen, die Exporte laufen nicht mehr", sagt Analyst Michels. Und Junker von der Commerzbank ergänzt: "Wir nach wie vor der Meinung, dass das erste Halbjahr stark werden wird. Vielleicht nicht unbedingt das erste Quartal. Wir gehen davon aus, dass wir schon in den nächsten Monaten wieder Zuwächse beim Export bekommen. Die Auftragslage ist ordentlich, die Stimmungsindikatoren sprechen auch dafür."

Nun müssen noch die Institute diese Meinung bestätigen. Und deren Kurzanalysen klingen durchaus optimistisch. "Die Zahlen bilden einen überraschenden Einbruch ab, aber sie ändern nicht das Weltbild für das ganze Jahr", so das Urteil von Holtemöller vom Instituts für Wirtschaftsforschung Halle gegenüber manager magazin. "Dazu läuft die Weltwirtschaft zu stark, vor allem Asien. Da es sich um vorläufige Zahlen handelt, könnte auch durchaus noch eine Gegenbewegung zu beobachten sein." Und auch Markus Steinbeiss, Fondsmanager bei Pioneer Investments, sagt gegenüber manager magazin: "Die Wachstumsprognosen aufgrund dieses einen Datenpunktes zu revidieren, erscheint zum jetzigen Zeitpunkt eindeutig noch zu früh, da nicht klar ist, wie belastend sich die extremen winterlichenVerhältnisse in Europa ausgewirkt haben. Der nächste Monat wird mehr Aufschluss geben."

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