Frankfurt am Main/Mumbai - Der Stuttgarter Daimler-Konzern
hat nach Jahren sein Aktienpaket am größten indischen Autobauer Tata Motors verkauft. Durch die Veräußerung der kompletten Beteiligung von 5,34 Prozent sei dank des besonders 2009 gestiegenen Aktienkurses ein Kapitalzufluss von ungefähr 300 Millionen Euro erzielt worden, teilte Daimler am Dienstag mit.
Künftig ohne Daimler: Der indische Autobauer Tata ist seinen Aktionär Daimler los. Die Stuttgarter haben sich von ihrem Tata-Anteil komplett getrennt.
Dem Vernehmen nach stand für den Stuttgarter Autobauer ein Verkauf der Aktien mangels Synergien schon länger auf der Agenda - auch, um das Cash-Management zu optimieren. Das vergangene Jahr hatte Daimler wegen der schleppenden Nachfrage nach Luxusautos mit einem Milliardenverlust abgeschlossen.
Auf dem wachstumsstarken indischen Automarkt will die Marke mit dem Stern aber weiter mitmischen. Nachdem im Vorjahr gut 3200 Autos abgesetzt wurden, sollen die Verkaufszahlen in diesem Jahr um mindestens 10 Prozent zulegen.
Tata produziert mit dem Nano das billigste Auto der Welt, steht seit 2008 aber auch für die Luxusmarken Jaguar und Land Rover. Bei letzteren erholten sich die Geschäfte zuletzt spürbar, so konnte Tata für die vergangenen zwei Quartale jeweils wieder einen Nettogewinn ausweisen.
An der Börse in Mumbai rutschten die Tata-Aktien am Morgen um bis zu 6 Prozent ab. "Da ein großer Aktienanteil auf ein Mal verkauft wurde, hatte es einen negativen Einfluss", sagte ein indischer Börsenhändler. Und trotz des Extragewinns stand auch Daimler bei vielen Börsianern auf dem Verkaufszettel: Die Papiere fielen bis Mittag in einem schwachen Marktumfeld um 1,9 Prozent auf 32,39 Euro und zählten damit zu den größten Dax-Verlierern.
manager-magazin.de mit Material von reuters
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