Donnerstag, 9. Februar 2012, 08:04 Uhr

manager magazin



04.03.2010
 

Sal. Oppenheim

Bank der Reichen und Schönen am Ende

Von Ulric Papendick

Mit der Abwicklung des Investmentbankings endet für das Bankhaus Sal. Oppenheim eine Ära. Gier und Größenwahn haben das Traditionshaus an den Rand des Ruins getrieben. Wenigstens werden die Schuldigen kräftig zur Kasse gebeten.

So also stirbt eine 220 Jahre alte Privatbank. Mit dürren Worten über Entlassungen, Abfindungen, über einen Sozialplan. In einigen Tagen wird die Übernahme von Sal. Oppenheim durch die Deutsche Bank Chart zeigen abgeschlossen sein. Das war's dann.

Eine Ära endet: Der Untergang der einst so schillernden Kölner Privatbank Sal. Oppenheim ist besiegelt
Zur Großansicht
DPA

Eine Ära endet: Der Untergang der einst so schillernden Kölner Privatbank Sal. Oppenheim ist besiegelt

Der Untergang der einst so schillernden Kölner Privatbank ist besiegelt. Die letzten Einheiten des Investmentbankings, für die sich kein Käufer mehr findet, werden abgewickelt. Das hat das Institut heute bestätigt. Künftig wird Sal. Oppenheim eine Abteilung der Deutschen Bank sein, formal selbstständig, de facto aber nur ein kleines Rädchen im Getriebe des größten deutschen Geldhauses.

Gier und Größenwahn haben die Bank der Schönen und Reichen die Unabhängigkeit gekostet. Eine unfähige Bankiersclique um die einstigen Oppenheim-Chefs Matthias Graf von Krockow und Christopher Freiherr von Oppenheim hat die Bank sprichwörtlich verzockt. Um ihr eigenes Vermögen zu retten, mit dem sie für die Bankkundin Madeleine Schickedanz hafteten (siehe manager magazin 11/2009), haben die Edelleute die Bank bewusst immer tiefer in den Strudel um den Untergang des Warenhauskonzerns Arcandor geraten lassen. Eine derartige Interessenverquickung dürfte selbst in der nicht immer ganz transparenten Welt der Privatbanken einmalig sein.

Dem staunenden Beobachter bleibt ein Trost: Krockow und Co. müssen für ihr Versagen teuer bezahlen. Die Deutsche Bank, die im Prinzip von der Bundesregierung aufgefordert wurde, das strauchelnde Bankhaus aufzufangen, hat die Bedingungen der Rettungsaktion gnadenlos zu ihren Gunsten diktiert. Die knapp zwei Milliarden Euro inklusive eines Besserungsscheins, die der Frankfurter Branchenprimus für Oppenheim bezahlt hat, werden nahezu vollständig für die Rückführung von Schulden der Alteigentümer aufgezehrt. Damit nicht genug: Auch für nahezu alle weiteren Risiken müssen die Privatbankiers einstehen.

Den Familien Oppenheim und Krockow, die noch vor Jahresfrist zu den Reichsten dieser Republik zählten, wird am Ende nicht mehr viel bleiben. Dafür Mitleid aufzubringen, fällt schwer.

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© manager magazin Online 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service manager magazin mobilmm mobil Twitter-FeedsTwitter-Feeds
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z SPIEGEL-Gruppe - Nachdruckrechte und LizenzenNachdrucke WährungsrechnerWährungsrechner
Ihr persönliches DepotDepot Newsletter-Abo: managerupdateNewsletter-Abo Werbung buchenWerbung buchen
E-MailE-Mail RSSRSS-Newsfeed Info: Wir über unsWir über uns
KurseKurse Der Shop von manager magazin und Harvard Business ManagerShop manager-magazin.de als Startseite einrichtenmm.de als Startseite
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Nach oben