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02.03.2010
 

Opel

Wer macht den nächsten Schritt?

Von Nils-Viktor Sorge

General Motors prescht vor. Auf 1,9 Milliarden Euro verdreifacht der US-Konzern seinen Beitrag für die Sanierung der deutschen Tochter Opel. Nun sind die Regierungen von Bund und Ländern sowie die Arbeitnehmer am Zug. Sie werden nicht umhinkommen, schmerzhafte Zugeständnisse zu machen, soll Opel überleben.

Hamburg - Den schwarzen Peter ist General Motors erst einmal wieder los. Monatelang hatte der Chef der deutschen Tochter Opel, Nick Reilly, betont, GM könne die Opel-Sanierung nicht stärker unterstützen, weil der US-Konzern mit Geld der US-Steuerzahler gestützt werde.

Unsichere Zukunft: Opel-Mitarbeiter protestieren in Antwerpen
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REUTERS

Unsichere Zukunft: Opel-Mitarbeiter protestieren in Antwerpen

Nun erhöht der Autobauer aus Detroit auf einmal sein Engagement - und wartet gespannt auf ein neues Angebot der Gegenseite. "Jetzt hoffen wir dass dieses deutliche Signal als ein wichtiger Meilenstein in unserem Bemühen gesehen wird, mit Hilfe von Bürgschaften die noch verbleibende Finanzierungslücke überbrücken zu können", sagte Reilly.

Der Ball liegt plötzlich bei den Regierungen der europäischen Länder und der Bundesländer - sie sollen immerhin noch zwei Milliarden Euro zur Sanierung beitragen, die jetzt insgesamt 3,715 Milliarden Euro kosten soll.

Der Ball liegt aber auch bei den Arbeitnehmervertretern. Ihnen ist GM zwar auch entgegen gekommen, indem der Konzern sein Engagement verstärkte. Doch weiterhin beharren Belegschaft und Gewerkschaften auf der Position, das Werk in Antwerpen dürfe auf keinen Fall geschlossen werden. Zudem soll es im Zuge der Stellenstreichungen keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Manches von diesen Positionen dürfte bald Verhandlungsmasse werden.

Europaweit sollen dem Anfang Februar vorgestellten Sanierungsplan zufolge 8300 von derzeit 48.000 Stellen gestrichen werden. Auf Deutschland entfällt mit über 3900 Jobs fast die Hälfte des Stellenabbaus, doch die härtesten Auseinandersetzungen dürfte es um den Standort in Belgien geben. Die Schließung des Standorts Antwerpen würde zum Verlust von 2377 Stellen führen. "Ohne eine Lösung für Antwerpen werden wir Opel keinen Cent geben", hatte zuletzt der Vizechef des europäischen Opel-Betriebsrats, Rudi Kennes, betont.

Die Arbeitnehmervertreter würden zügig mit der Opel-Geschäftsleitung Verhandlungen über einen Beitrag der Belegschaft zum Sanierungskonzept aufnehmen, erwartet der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild. Der Vorstoß von General Motors sei "nicht die Lösung, aber die Grundlage für eine Lösung", sagte er gegenüber manager magazin. Zunächst seien jetzt aber die Regierungen am Zug.

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