Washington - Der nun vermeldete Verlust - umgerechnet rund 54,6 Milliarden Euro - ist einer der höchsten der US-Wirtschaftsgeschichte. Allein im Schlussquartal waren es 16,3 Milliarden Dollar. Darin eingerechnet sind Zinszahlungen für vom Staat gehaltene Vorzugsaktien.
Fannie Mae und der kleinere Bruder Freddie Mac spielen für die Stabilisierung der US-Immobilienmärkte eine entscheidende Rolle. Sie stehen direkt oder indirekt hinter der Mehrzahl der Hypotheken des Landes.
Die US-Regierung hatte in der Finanz- und Wirtschaftskrise das Steuer bei den Konzernen übernommen und versucht nun, Ruhe in den Markt zu bringen. Dafür nimmt US-Präsident Barack Obama auch hohe Verluste in Kauf.
Angesichts der massiven Probleme soll der Staat weitere 15,3 Milliarden Dollar an Hilfen locker machen. Denn der Häusermarkt in den USA kommt immer noch nicht zur Ruhe. Die Preise sind weiter im Keller. Eine rasche Besserung ist wegen der hohen Arbeitslosigkeit nicht abzusehen. Auch der Markt für Gewerbeimmobilien liegt darnieder. Belastend hinzu kommen hohe Kreditkartenschulden der Amerikaner.
Ein Lichtblick sieht Fannie-Mae-Chef Mike Williams dennoch. Die Qualität der übernommenen Kredite habe sich inzwischen verbessert, sagte er am späten Freitagabend. Die Hilfsprogramme für gestrauchelte Hausbesitzer schlügen an. Fannie Mae hatte seinen Schuldnern unter anderem angeboten, vorerst zur Miete zu wohnen.
Im Jahr 2008 hatte das Minus von Fannie Mae 59,8 Milliarden Dollar betragen. Im damaligen Schlussquartal, zum Höhepunkt der Finanzkrise, lag das Minus mit 19,8 Milliarden Dollar noch höher als zuletzt.
Mit der neuerlichen Hilfe würde die Unterstützung durch den Steuerzahler auf 76,2 Milliarden Dollar steigen. Die US-Regierung hatte Fannie Mae und Freddie Mac Hilfe in unbegrenzter Höhe bis Ende 2012 zugesagt. Auch danach steht der Staat noch in geringerem Umfang für Verluste aus den Hypotheken ein.
manager magazin mit Material von dpa-afx
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