Von Karsten Stumm
Zudem stieg der Nettocash-Flow im Vorjahr um 49 Prozent auf das Rekordniveau von 5,375 Milliarden Euro, so dass Bayer seine Schulden um 4,5 Milliarden auf 9,7 Milliarden Euro gesenkt hat. Und mit bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 6,472 Milliarden Euro erzielte Bayer den dritthöchsten Wert der Unternehmensgeschichte.
Mehr noch: Für das laufende Jahr rechnet Wenning mit einem Ebitda-Anstieg auf etwa sieben Milliarden Euro. "Es gibt keinen Bereich, von dem man sagen könnte, Bayer wäre strategisch schlecht aufgestellt", sagt etwa Christian Faitz, Analyst bei Oppenheim Research dann auch.
Nicht zuletzt das hat das Bayer-Management selbstbewusst gemacht. Der Leverkusener Konzern zahlt seinen Aktionären eine unveränderte Dividende von 1,40 Euro. "Damit wollen wir auch in dem derzeit schwierigen Umfeld der operativen Ertragskraft und den Zukunftsaussichten des Konzerns Rechnung tragen", kommentierte der scheidende Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Wenning den Beschluss des Aufsichtsrates.
Der künftige Bayer-Chef Marijn Dekkers hat Spekulationen über einen radikalen Strategiewechsel beim Chemie- und Pharmakonzern gedämpft. "Ich bin davon überzeugt, am 1. Oktober die Leitung eines sehr gut aufgestellten Unternehmens zu übernehmen. Hier gibt es keinen Sanierungsbedarf", sagte Dekkers kürzlich in der Bayer-Zentrale in Leverkusen.
Dort wird man es gerne hören. Bayer ist Leverkusen, und umgekehrt. Das Unternehmen steckt jedes Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag in die City der Stadt, die von den Rheinländern wegen ihrer Überschaubarkeit und städtischer Tradition Wiesdorf genannt wird. Bayer pflegt den japanischen Garten und den Sport: Bayer Leverkusen ist der aktuelle Bundesliga-Spitzenreiter.
Der künftige Bayer-Chef Dekkers wird in Leverkusen auf eine eigene Weise zweiter Bürgermeister werden: Bürgermeister der Herzen. um so mehr, wenn der Aufschwung jetzt richtig kommt.
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