Von Karsten Stumm
Sicher, Kritiker werden einwenden, dass dieser Krisentarifvertrag zwar den Bürgern der Bundesrepublik Entlastung bringe. Dass damit aber im Gegenzug wieder Deutschlands Euro-Partnerstaaten unter Druck gesetzt werden - weil sie gegenüber ihren deutschen Konkurrenten in der Metall- und Elektroindustrie im Lohnstückkostenwettbewerb womöglich weiter ins Hintertreffen geraten und tiefer in die Krise rutschen. Das manager magazin hat ausführlich über das vermeintliche deutsche Lohndumping berichtet. Doch was wäre der Ausweg?
Wer will von den Familien hierzulande verlangen, Arbeitslosigkeit für sich und deshalb schlechtere Perspektiven für die eigenen Kinder hinzunehmen? Vor allem die asiatische Konkurrenz wird wohl kaum auf deutsches Stillhalten zum Wohle anderer europäischer Staaten Rücksicht nehmen, sondern jedes Nachlassen fix ausnutzen. Und verlorene Weltmarktanteile und Arbeitsplätze kommen oftmals nie wieder zurück.
Deutschlands Angestellte in der Metall- und Elektroindustrie müssen sich deshalb nicht schämen, gegen die Krise anzukämpfen. Gegen die Unterauslastung ihrer Fabriken. Im Gegenteil. Und in manchen anstehenden Tarifauseinandersetzungen wird sich zeigen, ob noch ein paar Millionen Beschäftigte mit an ihrer Seite kämpfen werden.
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