Von Arvid Kaiser
Die 25-jährige Milliardenerbin Athina Onassis de Miranda lebt mit ihrem brasilianischen Ehemann in São Paulo. Die in der Schweiz aufgewachsene Enkelin des legendären Reeders und Playboys Aristoteles Onassis spricht besser Französisch und Schwedisch als Griechisch. Für ihr Heimatland tritt sie noch gelegentlich als Springreiterin an, obwohl sie laut eigenem Bekunden "alles Griechische verabscheut" und angeblich sogar die Familieninsel Skorpios verkaufen will, auf der ihre Mutter, ihr Onkel und ihr Großvater begraben sind.
Der Teil des Onassis-Erbes, der nicht Athina gehört, wird inklusive der Olympic-Reederei von der Alexander-Onassis-Stiftung verwaltet. Die stiftet zwar für wohltätige Zwecke in Griechenland, sitzt aber im liechtensteinischen Vaduz. So zeigen viele der reichen Auslandsgriechen ihre Verbundenheit mit Hellas: Geld für private Initiativen geben sie gern, für den Staat eher nicht.
"Ohne Kapitalkontrollen wird die griechische Regierung das Land nicht stabilisieren können", meint Steuerfachmann John Christensen. "Sie braucht Mumm, um sich mit den Steuerflüchtlingen direkt anzulegen." Davor aber stünden hohe politische Hürden, räumt er ein, und besonders die mobilen Superreichen seien schwer zu fassen. "Doch es gibt auch viele Freiberufler und andere Gutverdiener, die nicht so einfach das Land verlassen können."
Auf diese Klientel zielen einige von Papakonstantinous Vorhaben. Arztrezepte sollen mit Strichcodes versehen werden, um die Zahl der Behandlungen fürs Finanzamt transparent zu machen. Tankwagen werden künftig per Satellit überwacht, um den Schwarzhandel mit Benzin zu unterbinden. Steuerzahler sollen von selbstständigen Dienstleistern Belege einfordern, die sie steuerlich absetzen können.
"Jede steuerliche Sonderbehandlung für Berufsgruppen wie Ingenieure, Architekten, Taxifahrer, Tankstellen- und Kioskbesitzer wird abgeschafft", kündigt der Finanzminister an. Doch auch die zeigen nun, dass sie streiken können.
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