Hamburg/Walldorf - Der Aufsichtsratsvorsitzende und SAP-Mitgründer betonte bei einer Telefonkonferenz, dass es zwischen ihm und dem zurückgetretenen SAP-Chef Leo Apotheker keine strategischen Differenzen gegeben habe. "Im Gegenteil: Ich konnte mit den verrücktesten Ideen zu ihm kommen. Leo hatte immer ein offenes Ohr für mich." Er dankte Apotheker sowie dem ehemaligen Co-Vorstandschef Henning Kagermann für ihre Verdienste für SAP: "Ich danke den beiden für den Mut und die Nerven, eine Strategie umzusetzen, an die SAP nicht gewöhnt war."
Auch die Verzögerungen der Mittelstandssoftware Business by Design würden ihm nicht vorgehalten. Warum sich SAP von Apotheker getrennt habe, sagte Plattner nicht. Auch zu dem dänisch-amerikanischen Duo, das die Führung bei dem Walldorfer Softwarehersteller übernimmt, verlor Plattner kaum ein Wort. Der SAP-Mitgründer sagte auf Nachfrage lediglich, dass die Doppelspitze, bestehend aus Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott keine Übergangslösung sei.
Der Manager teilte zudem mit, dass neben Apotheker auch Erwin Gunst das Unternehmen verlassen wird. Der Arbeitsdirektor war seit Mitte 2008 im Vorstand verantwortlich für die Effizienz des operativen Geschäfts und der Prozesse und werde SAP
nun aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Ein Nachfolger werde noch vorgestellt, sagte Plattner.
"Unser Unternehmen ist eine Aktiengesellschaft. Profit bedeutet deshalb alles für uns", sagte Plattner. Um Profit zu erzielen, müsse das Unternehmen happy sein. "Ich werde alles dafür tun, dass SAP wieder eine glückliche Firma wird." Die Frage, ob SAP derzeit unglücklich sei, verneinte Plattner. Er wolle SAP lediglich glücklicher machen und den Konzern mit der größtmöglichen Geschwindigkeit voranbringen. Ein Vorbild dafür hat Plattner bereits: "So wie bei Apple."
manager magazin mit Material von dpa
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