Von Henrik Müller
Inflation? In Europa? Schon bald? Nein, nein, auf keinen Fall, antwortet derzeit das Gros der Notenbanker und Ökonomen. Auf absehbare Zeit werde Ruhe an der Preisfront herrschen. Sie verweisen dann auf die hohe Arbeitslosigkeit, die brachliegenden Kapazitäten, das schwache Wachstum. All das spreche eher für Deflation als für Inflation.
Wo also ist das Problem?
Man muss kein Schwarzmaler sein, um zu erkennen, dass die Krise des Geldes leicht in eine Krise des Geldwerts münden kann. Und das hat nicht nur etwas mit der sich zuspitzenden Schuldenkrise vieler westlicher Staaten (Griechenland!), mit der globalen Liquiditätsschwemme und mit der zunehmenden Politisierung der Notenbanken zu tun, von der wir in der aktuellen Ausgabe des manager magazin berichten. Es sind auch ganz fundamentale strukturelle Verschiebungen, die künftig die Inflationsgefahren erhöhen.
Wir erinnern uns: Bereits vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise im Herbst 2008 war die Inflation für einen Moment zurück. Die Rohstoffpreise explodierten förmlich, Lohnforderungen der Gewerkschaften wurden forscher, die offiziellen Inflationsstatistiken wiesen steil steigende Inflationsraten aus - 5 Prozent in den USA, 4 Prozent im Euroland, deutlich zweistellig in vielen Schwellenländern.
Die Entwicklungen zeigten, dass eine altbekannte Preissteigerungsdynamik am Werk war. Anders als in den vergangenen zwei Jahrzehnten, als die Inflation verdeckt ablief, sich also kaum auf die Güterpreise übertrug, sondern sich in steigenden Börsennotierungen und Immobilienpreisen niederschlug, ist offene Inflation nun wieder ein Thema.
Warum? Weil die Faktoren, die in der Vergangenheit Preise und Löhne dämpften, nicht mehr wirken oder sich sogar umgekehrt haben. Neun fundamentale Entwicklungen verschärfen die Inflationsproblematik:
-wegen der Dummheit des westens. Anstatt moderat die Staatsausgaben zu steigern, ließ man sihc von den USA verrückt machen und verpraßte Billiardengelder- weil ja die nächste Depression kommen würde. Nun stehen diese [...] mehr...
Herr Müller, Ihre Ausführungen stützen sich mehr auf Vermutungen und Annahmen, als auf harte Fakten und Zahlen. Das gilt insbesondere für das Thema Energie und Rohstoffe. Auch Ihnen dürfte nicht entgangen sein, dass die Preise [...] mehr...
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