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manager magazin



06.02.2010
 

Steuerhinterziehung

10.000 zusätzliche Fahnder sollen Steuersünder stellen

Den deutschen Behörden werden plötzlich Daten von weiteren Steuersündern angeboten. Neben den Fahndern in Wuppertal und Stuttgart sind nun auch Ermittler in München aktiv. Jetzt fordert die deutsche Steuergewerkschaft die Bundesländer auf, 10.000 zusätzliche Fahnder einzustellen, um die Steuerhinterzieher zu stellen.

Hamburg - Der Druck auf mögliche deutsche Steuerhinterzieher wird täglich größer. Deutschen Steuerfahndern werden offenbar immer mehr Listen mit Namen von Bundesbürgern angeboten, die Erträge aus ihren Vermögen im Ausland hierzulande nicht versteuert hätten. Mittlerweile geht es nicht mehr nur um Kunden Schweizer Banken und Versicherungen. Betroffen sollen auch deutsche Kunden von Luxemburger Instituten sein.

Datensätze per Post: Steuerfahnder erleben Welle von Kaufangeboten
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DPA

Datensätze per Post: Steuerfahnder erleben Welle von Kaufangeboten

In München beispielsweise seien die Steuerbehörden jetzt Kunden gleich zweier Banken auf der Spur, berichtete der "SPIEGEL". Dabei handele es sich offenbar um eine kleine Schweizer Bank und um ein Geldinstitut in Luxemburg. Aus dem Großherzogtum sollen Daten von mehr als tausend deutschen Kunden angeboten worden sein.

Die Deutsche Steuergewerkschaft hat die Bundesländer deshalb jetzt aufgefordert, kurzfristig tausende zusätzliche Steuerprüfer einzustellen, um auch hierzulande mehr Steuersündern auf die Spur zu kommen. "Wir brauchen sofort 10.000 weitere Fachleute in den Finanzämtern und den Steuerfahndungsstellen", sagte Gewerkschaftschef Dieter Ondracek der "Rheinischen Post". Dadurch könne der Staat etwa zehn Milliarden Euro jährlich mehr einnehmen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wollte sich der Forderung allerdings nicht sofort öffentlich anschließen. Er verwies auf die Zuständigkeit der Länder: "Ich pflege den Kolleginnen und Kollegen keine Empfehlungen zu geben."

Das baden-württembergische Finanzministerium bestätigte nach Angaben des Nachrichtenmagazins "DER SPIEGEL", dass Mannheimer Steuerfahnder Unterlagen deutscher Kunden bei Schweizer Banken und Versicherungen prüfen. Die bereits am Freitag bekannt gewordenen Untersuchungen hätten schon Anfang 2009 mit einigen wenigen Datensätzen begonnen, vor kurzem habe der Anbieter nachgelegt. Die Behörden gingen inzwischen von bis zu 2000 mutmaßlichen Steuersündern aus.

Der französische Staatsanwalt Eric de Montgolfier sagte unterdessen dem Magazin "Focus", er biete deutschen Fahndungsbehörden von ihm beschlagnahmte Daten über Steuersünder an. Unter ihnen seien auch zahlreiche Bankkunden aus der Bundesrepublik. Montgolfier hatte 2008 einen Datenträger mit 130. 000 Namen von Klienten der Bank HSBC aus Genf beschlagnahmt. Auf der Basis dieser Datensätze habe der französische Staat bislang eine halbe Milliarde Euro Steuerschulden eingetrieben, sagte der Staatsanwalt aus Nizza.

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