Von Karsten Stumm
"In der Finanzmarktkrise hat sich insbesondere die langfristig angelegte und auf das Kundengeschäft orientierte Geschäftspolitik der deutschen Sparkassen positiv ausgewirkt", sagt SPD-Finanzsprecherin Kressl. "Das deutsche Bankensystem hat sich bewährt."
Über die Treue der Parlamentarier, die allen Bankern Deutschlands weiterhin alle Geschäfte erlauben wollen, werden sich nur wenige Bundesbürger freuen, warnen allerdings Meinungsforscher. Denn mit jeder Milliarde mehr, die hiesige Geldhäuser verdienen, steige der Zorn jener Bundesbürger, die sich um den Ertrag ihrer Hilfe betrogen fühlten. Und umso mehr werden sie Obamas Pläne dagegenzuhalten bewundern. Erfolglos.
"Die Forderung nach einer Rückkehr zum Trennbankenprinzip ist für die USA nachvollziehbar. Deutschland ist mit dem Universalbankensystem aber gut zurecht gekommen", sagt auch Bundestagsvizepräsident Hermann Otto Solms (FDP) dem manager magazin.
Die Crux dabei: Diebisch freuen könnten sich die Bundesbürger ohnehin nicht wirklich über die Ketten, die den Bankern womöglich anderswo angelegt werden. Denn ob künftig nur noch Investmentbanken riskantere Geschäfte betreiben dürfen, ändert nichts daran, wer für sie wohl im Massenpleitefall gerade stehen müsste - der Steuerzahler.
"Umso wichtiger ist, dass die Finanzmärkte ihrer unterstützenden Aufgabe gerecht werden. Aus diesem Grund freut es mich, wenn die Banken wieder Geld verdienen. Damit können sie einerseits die Folgen dieser Krise mittragen und andererseits durch die Speisung eines Krisenpräventionsfonds ihren Teil leisten, damit eine derartige Krise nicht wieder auftreten kann", sagt CDU/CSU-Wirtschaftssprecher Pfeiffer. Den entsprechenden Vorschlag hat Deutsche-Bank-Chef Ackermann bereits gemacht.
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