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manager magazin



05.02.2010
 

Bankenzerschlagung

Schwarz-Gelb und Rot stützen Ackermann

Von Karsten Stumm

Josef Ackermann kann sich beruhigt zurücklehnen. Während US-Präsident Barack Obama notfalls Banken aufspalten will, um das Finanzsystem zu stabilisieren, muss der Deutsche-Bank-Chef hierzulande nicht um sein Investmentbanking fürchten. Die Wirtschaftsspitzen von CDU, FDP und SPD wollen Ackermann das einträgliche Geschäftsfeld lassen.

Hamburg - Josef Ackermann gibt der Deutschen Bank Chart zeigen das Profil. Er steht für sie, wo immer er auftritt, er hat ihr Geschäftsmodell als Investmentbank geprägt. Und mit dem hat das bedeutendste hiesige Geldhaus wieder einen Milliardengewinn erwirtschaftet - gleich im ersten Jahr nach der Finanzkrise. Doch ausgerechnet der Erfolg ist zu Ackermanns Problem geworden.

Präsentierte Milliardengewinn: Deutsche-Bank-Chef Ackermann
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DPA

Präsentierte Milliardengewinn: Deutsche-Bank-Chef Ackermann

Man gönnt Bankern derzeit keinen Gewinn.

Weltweit stehen Steuerzahler gerade für gigantische Verluste, die ihre Geldhäuser zuvor aufgetürmt haben. Pumpen Zentralbanken kaum vorstellbare Summen praktisch zum Nulltarif in das Finanzsystem der Banker, die sich durch diese Finanzspritze wieder berappeln. Und genau deshalb stehen Banker mit Milliardengewinnen im Moment eher im Verdacht der Bereicherung als auf dem Siegerpodest.

"Vor allem große Banken erzielen die Gewinne in erster Linie nicht aus dem Kundengeschäft, sondern aus dem risikoreicheren Eigenhandel und Investmentbanking. Deshalb teile ich die Kritik des amerikanischen Präsidenten am Eigenhandel der Banken ausdrücklich", sagte Nicolette Kressl dem manager magazin, finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion - ohne aber dessen Konsequenzen zu ziehen.

Barack Obama will seine Finanzinstitute nicht nur mit einer Sonderabgabe belasten, um sie zumindest zu einer symbolischen Teilerstattung der Kosten für die Stabilisierung des Finanzsystems heranzuziehen. Er will sie nötigenfalls auch zerschlagen - in das traditionelle Kundengeschäft und in Investmentbankhäuser. Deutsche-Bank-Chef Ackermann müsste sich dann entweder auf seine Leute stützen, die hinter den Bankschaltern in Städten und Dörfern stehen. Aber im Gegenzug müsste er ausgerechnet auf jene verzichten, die jetzt wieder für den Milliardengewinn gesorgt haben - die Investmentbanker. Doch solch Zerschlagung muss Ackermann trotz Milliardengewinn nicht fürchten. Denn hierzulande findet Obamas Vorschlag keine Unterstützung.

"In der Krise hat sich gezeigt, dass das hiesige Universalbankensystem mit seinen drei Säulen wesentlich robuster ist, als es das anglo-amerikanische Trennbankensystem war. Dem Vorschlag Obamas zu folgen und in Deutschland erstmalig ein Trennbankensystem einzuführen, wäre ein nicht ungefährlicher Eingriff, der die Struktur unserer Bankenlandschaft erheblich verändern und das Privatkundengeschäft berühren würde", sagt Joachim Pfeiffer dem manager magazin, der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - und sieht sich damit plötzlich auf der gleichen Linie stehen wie die Opposition.

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