Berlin - Die deutsche Industrie hat im Dezember weniger Aufträge verzeichnet als im November und sich damit überraschend schwach entwickelt. Sie sanken um 2,3 Prozent, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin unter Berufung auf vorläufige Daten mitteilte. Im Vormonat waren sie noch um 2,7 Prozent gestiegen.
"Die Zahlen sind enttäuschend. Es kann durchaus sein, dass sich eine Reihe von kurzfristigen Faktoren negativ bemerkbar gemacht hat - wie weniger Großaufträge. Ich würde das aber nicht als Ende des Aufschwungs in der Industrie sehen", sagte Citigroup-Analyst Jürgen Michels.
Im Dezember hatte sowohl die Inlands- (-1,4 Prozent) als auch die Auslandsnachfrage (-3,2 Prozent) spürbar nachgelassen. Viele Volkswirte hatten mit einem minimalen Anstieg von saisonbereinigt 0,1 Prozent für den Dezember gerechnet.
Im Zweimonatsvergleich blieben die Bestelleingänge mit einem Plus von 0,7 Prozent gegenüber den Vormonaten weiter aufwärts gerichtet. Ihren Vorjahresstand überschritten die Auftragseingänge den Angaben zufolge im Dezember deutlich um 8,4 Prozent und im Zweimonatsvergleich November/Dezember um 6,4 Prozent.
"Der Dezember war ein wirklicher Dämpfer. Über alle Bereiche wurde die gute Entwicklung vom November wettgemacht. Wir denken aber, dass das ein temporärer Effekt ist", sagte Sal.Oppenheim-Analystin Ulrike Kastens.
manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters
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