Das kostet den Staat Milliarden. Im Jahr 2009 belasteten Mindereinnahmen und Mehrausgaben den Haushalt demnach bereits um 27 Milliarden Euro. Die zweitgrößte Bank des Landes, die BBVA, rechnet für 2010 mit zusätzlichen Ausgabebelastungen in Höhe von fünf Milliarden Euro.
Über einen eng begrenzten Zeitraum könnte der spanische Haushalt solche Schläge vielleicht sogar verkraften. Denn die Ausgangslage ist gut: Die Staatsverschuldung lag vor Ausbruch der Krise bei moderaten 40 Prozent - der EU-Stabilitätspakt erlaubt 60 Prozent. Allerdings dürfte der Wert für Spanien laut Berechnungen der EU-Kommission bis 2011 auf 80 Prozent emporschnellen.
Und dafür, dass es danach wieder besser läuft, gibt es wenig Anhaltspunkte. Vielmehr macht dem Land der schmerzhafte Paradigmenwechsel seiner Volkswirtschaft nach Ansicht von Experten auch weiterhin zu schaffen: Das Land braucht eine Alternative zu seinem bisherigen Wachstumsmodell, das zu großen Teilen auf Immobilienwirtschaft und Bauindustrie sowie dem Privatkonsum fußte.
Der sozialistische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero versucht nun, dieses im Schnelldurchlauf zu installieren - kommt damit nach Ansicht von manchen Volkswirten aber reichlich spät. "Economía Sostenible" (nachhaltige Wirtschaft) heißt das Zauberwort der Regierung. Mit 20 Milliarden Euro hat Zapatero Wirtschaftsministerin Elena Salgado ausgestattet.
Sie soll damit unter anderem das Ausbildungswesen reformieren, der Umwelttechnikbranche zum Durchbruch verhelfen und beim Wohnungsbau den Fokus auf Renovierung statt Neubau lenken. Ein weiteres Ziel ist es, ausländische Unternehmen aus den Bereichen Ökoenergie und Maschinenbau ins Land zu locken. Kurzfristig dürften all diese Maßnahmen jedoch nur wenig Wirkung zeigen - vor allem der strapazierte Haushalt wird bestenfalls langfristig entlastet.
Volkswirte blicken deshalb immer skeptischer nach Spanien. "Ein Vergleich der Peripherieländer (der Euro-Zone) zeigt, dass Spanien unter diesen mittelfristig nach Griechenland das größte Risikopotenzial aufweist", urteilt Solveen.
Auch Analysten werden hellhörig. In ihren Empfehlungen für Pfandbriefen hatten sie zuletzt warnend auf Papiere mit einem hohem Deckungsanteil aus Griechenland hingewiesen. "Allerdings sollte man berücksichtigen, dass auch andere Euro-Staaten unter ökonomischem Stress stehen", heißt es in einer aktuellen Studie der Commerzbank. Der Name Spanien taucht in diesem Zusammenhang immer häufiger auf.
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