Dienstag, 7. Februar 2012, 05:12 Uhr

manager magazin



28.01.2010
 

Krisenland Spanien

"Der Druck im Kessel steigt"

Von Nils-Viktor Sorge

Kaum einen europäischen Staat hat die Wirtschaftskrise so stark getroffen wie Spanien. Gleichzeitig räumen Volkswirte dem Land wenig Chancen auf ein rasches Comeback ein und sagen den Iberern massive Haushaltsprobleme voraus. Gerät nach Griechenland ein weiteres Mitglied der Euro-Zone in Schieflage?

Hamburg - Zehn Zimmer, drei Bäder, ein Pool, dazu ein herrlicher Panoramablick über die Bergwelt um Alicante - das frisch renovierte 340-Quadratmeter-Traumhaus nahe der Costa Blanca wäre noch vor wenigen Jahren wohl nur für Prominente oder Topmanager erschwinglich gewesen. Nun fordert der Eigentümer schlappe 285.000 Euro. "Goodbye, Deutschland! Billig wie noch nie!", lockt er Interessenten aus Mitteleuropa.

Manch ein Immobilienschnäppchenjäger mag mit glänzenden Augen nach Spanien blicken - den Rest der Wirtschaftswelt überkommt angesichts der ökonomischen Lage auf der iberischen Halbinsel eher das kalte Grausen. Werfen die um bis zu 40 Prozent gefallenen Hauspreise doch ein Schlaglicht auf den Niedergang eines Wachstumsmodells, der inzwischen die Erholung in Europa hemmt und die europäische Währungsunion belastet.

Hauptgrund für die wachsenden Sorgen ist das ausufernde Staatsdefizit Spaniens. Hatte das Land bis vor dem Ausbruch der Krise sogar Überschüsse verzeichnet (2007 waren es 1,9 Prozent), katapultierte nicht zuletzt der Zusammenbruch der von Bauwirtschaft und Immobilienbranche das Defizit auf mehr als 10 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt. Für 2010 ist keine Besserung in Sicht: Mit 11 Prozent minus rechnet die Regierung.

"Der Druck im Kessel steigt", sagt Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. Spanien ist seiner Ansicht nach gleich hinter Griechenland der Staat mit dem größten Risikopotenzial in der Euro-Zone. Da Spanien sogar etwa 10 Prozent der Wirtschaftskraft im Euro-Raum ausmacht, wäre eine verschärfte Krise dort eine mindestens ebenso große Belastung für die Gemeinschaftswährung wie das wackelige Griechenland.

Besonders hellhörig sind Ökonomen vor allem deshalb geworden, weil die Konjunktur in Spanien offenbar weit davon entfernt ist, sich zu erholen. Das belastet einerseits direkt den wirtschaftlichen Aufschwung auf dem Kontinent. "Spanien bremst die konjunkturelle Erholung in Europa", sagt Solveen. Andererseits - und diese Ängste wiegen deutlich schwerer - gibt es kaum Aussicht auf Besserung in Sachen Staatshaushalt.

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© manager magazin Online 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service manager magazin mobilmm mobil Twitter-FeedsTwitter-Feeds
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z SPIEGEL-Gruppe - Nachdruckrechte und LizenzenNachdrucke WährungsrechnerWährungsrechner
Ihr persönliches DepotDepot Newsletter-Abo: managerupdateNewsletter-Abo Werbung buchenWerbung buchen
E-MailE-Mail RSSRSS-Newsfeed Info: Wir über unsWir über uns
KurseKurse Der Shop von manager magazin und Harvard Business ManagerShop manager-magazin.de als Startseite einrichtenmm.de als Startseite
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Nach oben